Aachen: Mehr bezahlbarer Wohnraum in Aachener Innenstadt

Aachen : Mehr bezahlbarer Wohnraum in Aachener Innenstadt

Bezahlbarer Wohnraum wird wie in anderen Ballungszentren auch in Aachen immer knapper. Für den Bereich des privaten Hausbaus hat sich die Liegenschaftsverwaltung unter ihrem neuen Chef Christoph Kemperdick zu einer neuen Handlungsweise durchgerungen.

In der Vergangenheit seien städtische Grundstück einzig und allein an das Höchstgebot auf dem Käufermarkt abgegeben worden, berichtete Kemperdick vor dem Planungsausschuss über eine meist von der Kämmerei hochgelobte Handlungsmaxime der Verwaltung.

Das soll sich jetzt ändern, trug Kemperdick vor. Unter anderen, um mehr bezahlbaren Wohnraum in der Innenstadt zu bekommen. Nach neuen Richtlinien könne die Stadt nun Grundstücke über den Weg der sogenannten Konzeptvergabe abgeben, sie müssen nicht unbedingt an Meistbietende gehen. So bestehe die Chance, Wohnprojekte zu fördern, die „bezahlbaren“ Wohnraum im Auge haben, sagte Kemperdick.

Mit diesem vom Bundesministerium für Bauen und Wohnen geebneten Weg könnten etwa energieeffiziente oder städtebaulich wertvolle Projekte zum Zuge kommen, die durch gute Grundstückspreise gefördert würden.

Mit seiner Vorlage lief der neue Chef des Fachbereichs Liegenschaften in die offenen Arme der Kommunalpolitiker, die die Vorlage mit Kommentaren wie „einfach super“ über schlicht „gut“ bis hin zu „das haben wir schon vor 20 Jahren gefordert“ bedachten. Für den Grünen Michael Rau war das eine Genugtuung. Die Grünen hatten dies seit langem gefordert und waren immer wieder an dem Verwaltungs-Satz gescheitert: „Das dürfen wir nicht.“ Auch die SPD mit Norbert Plum begrüßte den neuen Handlungsspielraum. Alexander Gilson war für die CDU begeistert.

Der Linke Marc Beus machte darauf aufmerksam, dass auch das Instrument des Verkaufs oder besser der langjährigen (bis zu 99 Jahre) Vermietung von Grundstücken nach dem sogenannten Erbbaurecht wieder infrage kommen. Diese Art der Grundstücksvergabe war völlig aus der Mode gekommen

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