Aachen: Mehr Beutezüge: Augen auf vor Taschendieben!

Aachen: Mehr Beutezüge: Augen auf vor Taschendieben!

Es wird langsam kälter, die Weihnachtsmärkte sind gut besucht, und es werden die ersten Plätzchen gebacken. Adventszeit, das ist aber nicht nur eine Zeit der Besinnlichkeit, sondern auch die Hochsaison für Taschendiebe.

197 Diebstähle wurden im vergangenen Jahr zwischen Mitte November und Ende Dezember in Aachen gemeldet. Die meisten Fälle trugen sich in der Innenstadt, hauptsächlich auf dem Weihnachtsmarkt, zu.

Man befindet sich im Gedränge, ist kurz abgelenkt — und schon ist das Portemonnaie aus der Tasche verschwunden. Die Opfer eines solchen Diebstahls bemerken allerdings oft erst wesentlich später, dass sie beklaut wurden. Die Situationen wirken alltäglich und zufällig, sind aber in der Regel arrangiert.

„Die Täter sind zu zweit oder zu dritt unterwegs und sprechen sich ab“, sagt Alex Milar, Leiter des Komissariates für den Bereich Kriminalitätsvorbeugung. So verursache einer der Täter beispielsweise ein Gedränge im Eingangsbereich eines Busses — ein anderer nutze die Situation dann aus und bediene sich am Rucksack oder an der Tasche seines Opfers. Gängige Tricks sind auch, dass ein potenzielles Opfer angerempelt oder nach dem Weg gefragt wird.

Der Weihnachtsmarkt ist dabei der ideale Ort, um eine große Beute zu machen. „Es sind viele Leute unterwegs, und die haben in der Weihnachtszeit oftmals viel Bargeld dabei“, sagt Wilhelm Sauer, Kriminaloberrat. Gehe man nicht von vornherein sensibel mit dem Thema um, habe man kaum eine Chance, einen Diebstahl zu bemerken.

Um die Bürger zu schützen, startete die Polizei jetzt — ähnlich wie in den Vorjahres zur Vorweihnachtszeit — die landesweite Aktion „Augen auf und Tasche zu!“ Auf dem Weihnachtsmarkt in Aachen wird beispielsweise stündlich eine Durchsage in drei Sprachen gemacht, die vor Taschendieben warnt. Auch Plakate wurden in der Innenstadt in vielen Geschäften angebracht.

Die Polizei rät dazu, nur die Wertsachen bei sich zu tragen, die man wirklich braucht. Wertsachen sollten außerdem nie in offenen Jacken- oder Umhängetaschen aufbewahrt werden, sondern in Innentaschen in der Jacke. „Sonst nutzen die Täter die Sorglosigkeit der Menschen in der Weihnachtszeit aus“, warnt Milar. Taschen sollten mit der Verschlussseite zum Körper getragen werden.