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Weltfrauentag: Mehr als nur ein Tag für die Gleichberechtigung

Weltfrauentag : Mehr als nur ein Tag für die Gleichberechtigung

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März haben Stadtverwaltung, Städteregion und Volkshochschule in Aachen und den umliegenden Kommunen ein Aktionspaket zusammengeschnürt. Die zentrale Veranstaltung mit Barcamp findet am Sonntag in der VHS statt.

Dass es etwas wie den Weltfrauentag auch im Jahre 2020 noch braucht, das steht für Sabine Bausch, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen, und Beate Blüggel, Leiterin der Volkshochschule (VHS), völlig außer Frage. „Wir haben zwar auf der rechtlichen Ebene in Sachen Gleichstellung schon viel erreicht“, sagt Sabine Bausch, „doch es gibt immer noch den Gender Pay Gap“. Und Sexismus sei eben ein Thema, das vor allem Frauen betreffe.

„Die Welt orientiert sich in vielen Bereichen immer noch an Männern“, ergäzt Beate Blüggel. So würden Medikamente, bevor sie auf den Markt gebracht werden, auf männliche Patienten abgestimmt. „In vielen Bereichen ist die Norm immer noch männlich.“ Darum haben die beiden gemeinsam mit vielen anderen Akteurinnen und Akteuren den Weltfrauenaktionstag organisiert, der am 8. März in der Aachener VHS an der Peterstraße stattfindet.

Kernstück der Veranstaltung ist ein sogenanntes „Gender Barcamp“, also eine offen gestaltete Tagung mit mehreren parallel verlaufenden Workshops, die möglichst interaktiv abgehalten werden sollen. „Und für diese Workshops suchen wir noch Ideengeberinnen, denn wir wollen uns möglichst breit aufstellen“, sagt Sabine Bausch. Das Programm der Tagung, die von 14 bis 17 Uhr angesetzt ist, sieht schon jetzt ziemlich bunt aus: Es gibt Diskussionen über Gleichberechtigung in der Erziehung und in der Kirche.

Es geht um das Thema Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum und um die Frage, wie man sexistischen Sprüchen am besten begegnen kann. Frauen in der Politik werden thematisiert genauso wie die Zusammenhänge von Armut und Weiblichkeit. Jeder Mensch, der mitmachen und sich einbringen möchte, ist willkommen. „Um die Übersicht zu behalten, bitten wir aber um vorherige Anmeldung per E-Mail an gsb@mail.aachen.de“, sagt Sabine Bausch. Ab dem frühen Abend, etwa 17.30 Uhr, endet der Aachener Weltfrauenaktionstag mit einem lockeren Austausch im Café „Zuhause“ an der Sandkaulstraße.

Bereits um 11 Uhr wird Karin Wisgens, Dozentin der Handwerkskammer Aachen, eine Stadtführung zu berühmten Aachener Frauen anbieten. Treffpunkt ist der Brunnen vor dem Rathaus, die Teilnahme ist kostenlos.

Mit dem Thema starke Frauen setzt sich auch die Ausstellung „Stronger than...“ auseinander, die bereits am Dienstag, 3. März, um 18 Uhr im Foyer der Volkshochschule eröffnet wird. Der Kölner Künstler Wolfgang Klaus Maria Friedrich hat die unterschiedlichsten Frauen porträtiert, die durch ihre starke Persönlichkeit Veränderungen bewirkt haben – im weitesten Sinne. „Er hat Bilder von Rosa Luise Parks, Angela Merkel, Greta Thunberg und vielen anderen Frauen gemacht“, zählt Beate Blüggel auf, um die Bandbreite zu nennen. Die Bilder werden noch bis zum 13. März in der VHS zu sehen sein.

Rund um den Weltfrauentag werden in Aachen und der ganzen Städteregion weitere Aktivitäten angeboten: So zeigt das Aachener Theater am Samstag, 7. März, um 19.30 Uhr die „Jungfrau von Orleans“ von Friedrich Schiller. Im Alten Rathaus in Würselen wird von 10 bis 13 Uhr Frauenliteratur besprochen und dabei gefrühstückt. Ebenfalls gefrühstückt wird in Stolberg, und zwar von 10 bis 14 Uhr im Ökumenischen Gemeindezentrum in der Frankentalstraße.

Das komplette Programm rund um den Weltfrauentag in der Städteregion gibt es im Internet unter www.aachen.de/weltfrauentag