Mehr als 600 Vorfälle in Aachen und der ganzen Städteregion

Polizeieinsätze am Wochenende : Polizisten treffen auf gewaltbereite Randalierer

Die Aachener Polizei beklagt eine zunehmende Gewaltbereitschaft, die den Kräften bei ihren Einsätzen entgegengebracht wird. Auch am vergangenen Wochenende hatten es die Beamtinnen und Beamten mit mehreren Fällen von körperlicher Gewalt zu tun.

Mehrere Zwangseinweisungen in psychiatrische Abteilungen von umliegenden Krankenhäusern, Ingewahrsamnahmen sowie mehrere leicht verletzte Polizisten gehören zur traurigen Bilanz des Wochenendes, wie Paul Kemen, Pressesprecher der Polizei am Montag berichtet. Es gab mehr als 600 Einsätze in der ganzen Städteregion. Sowohl in Aachen als auch im Altkreis ist Gewalt gegenüber Beamten keine Seltenheit mehr.

So konnte am Samstag eine Ingewahrsamnahme in Aachen zur Feststellung der Identität eines 21-jährigen Mannes nach einer gefährlichen Körperverletzung nur mit Mühe durchgesetzt werden. „In der Nacht von Sonntag auf Montag kam es bei einer Ruhestörung, einer Trunkenheitsfahrt und einem Hausfriedensbruch ebenfalls zu Tätlichkeit und Beleidigungen gegenüber den eingesetzten Polizistinnen und Polizisten“, sagt Kemen. Häufig finde die Polizei gefährliche Gegenstände wie beispielsweise Messer.

Am Samstag erschien ein junger Mann in der Wache Mariental und gab an, in der Nacht zuvor von vier jungen Männern am Friedrich-Wilhelm-Platz beraubt worden zu sein. Wie genau aber seine Geldbörse mit Bargeld und Scheckkarten weggekommen ist, wusste er nicht mehr. Am Sonntagmorgen ist ein 55-Jähriger von einem Unbekannten am Eisenbahnweg überfallen worden. Der Räuber nahm ihm sein Portemonnaie ab und verletzte ihn mit einem Messer, als der Überfallene sich wehrte. Der Täter flüchtete, die Fahndung verlief bislang ohne Erfolg. Der 55-Jährige kam mit einer blutenden Hand ins Krankenhaus.

Gleich zwei Fälle haben die Polizei am Wochenende in die Haarener Akazienstraße geführt. Am Samstagmorgen meldete ein Zeuge eine verdächtige Person in der Straße. Der Mann saß in einem Auto, das – wie sich später herausstellt – überhaupt nicht ihm gehörte. Die Polizei nahm ihn fest. Bei der anschließenden Untersuchung seines Rucksacks wurde außerdem Aufbruchswerkzeug gefunden. Den Wagen hatte er also geknackt, schlussfolgert die Polizei. In der Nacht von Samstag auf Sonntag dann fiel ein Mann in der gleichen Straße durch Randale und Pöbeleien auf – und zwar gleich zweimal. Einem gegen Mitternacht ausgesprochenen Platzverweis kam er zunächst noch widerwillg nach. Etw aeine Stunde später erschien der alkoholisierte und hochaggressive Mann erneut und kam einem weiteren Platzverweis nicht mehr nach. Nachdem er gezielt in Richtung eines Beamten geschlagen, diesen aber verfehlt hatte, wurde er in Gewahrsam genommen.

Dass die Polizisten auf Menschen treffen, die deutlich unter Drogen- und Alkoholeinfluss stehen, sei leider keine Seltenheit, so Paul Kemen.

(red)
Mehr von Aachener Zeitung