Aachen: Mathe-Olympiade: Die helle Freude am logischen Denken

Aachen: Mathe-Olympiade: Die helle Freude am logischen Denken

Es mag ein wenig verwunderlich klingen, wenn sich Schüler an einem Samstag treffen, um Mathe zu machen — freiwillig. Ist Mathematik doch das unter Schülern unbeliebteste Fach, wie es oftmals heißt. Doch das Ganze hat einen Grund: Gleich 227 Schülerinnen und Schüler von elf Aachener Gymnasien und Gesamtschulen haben in den vergangenen Wochen an der 57. Mathe-Olympiade teilgenommen.

Diese organisiert der Landesverband Mathematikwettbewerbe NRW. Jetzt wurden die Sieger in der Aula des Rhein-Maas-Gymnasiums geehrt.

Die erste Runde — noch schulintern — ist als Hausaufgabenwettbewerb konzipiert. Mehrere Wochen durften sich die Teilnehmer für die Bearbeitung der Aufgaben lassen; jede Jahrgangsstufe hatte ihre eigenen Aufgaben. Wahrer Prüfungsstress kam wohl erst in der zweiten Runde auf, in der sich die Schüler mit anderen Schülern aus der Region vergleichen konnten: Zwischen zwei und dreieinhalb Stunden dauerte eine Klausur. Die besten Zwölf aus der Region werden am 24. Februar schließlich am Landeswettbewerb in Haltern am See teilnehmen. Und wer sich sogar dort durchsetzten kann, reist vom 13. bis 16. Juni zum Bundeswettbewerb nach Würzburg.

Dahin mag es für einige noch ein weiter Weg sein — aber wie es sich anfühlt, bei einem Mathewettbewerb zu gewinnen, konnten die Schüler nun schon einmal erleben.

Und das Erfolgserlebnis stehe ja auch im Vordergrund, sagte Lehrerin Monika Middendorf, die mit Kollegin Sarah Werner die Preisverleihung im Rhein-Maas-Gymnasium moderierte: „Gerade bei jüngeren Schülern geht es darum, Interesse und Freude am logischen Denken zu wecken — und dann auch zu fördern.“

Besonders anspruchsvoll wird es dann bei den höheren Jahrgangsstufen. „Die älteren Schüler knobelten in der Prüfung an sehr mathematischen Aufgaben“, sagte Middendorf. Mathematische Methoden erproben, festigen und weiterentwickeln, war die Herausforderung.

Middendorf versteht den Mathewettbewerb als eine erste Anregung: „Viele Schüler, die einmal teilgenommen haben, beschäftigen sich auch in der Zukunft über den Schulunterricht hinaus mit der Mathematik“, sagte sie — was eine kurze Umfrage bei der Preisverleihung unter den Teilnehmern auch bestätigte. Die meisten gaben an, schon einmal oder gar mehrere Male an der Mathe-Olympiade teilgenommen zu haben. Einige hatten sogar schon die Landesebene erreicht. Wie man so erfolgreich wird? Tüfteln, tüfteln, tüfteln, bestätigten die Schülerinnen und Schüler. Dass sie für die Prüfung einen Samstag „opfern“ müssen, werde dabei zur Nebensache.