Aachen: Massive Kürzung bei Ehrenamt

Aachen: Massive Kürzung bei Ehrenamt

Vor allem ein Thema hat im Sozialausschuss für Diskussionen gesorgt: die Förderung des Ehrenamtes. 2008 wurde dafür das städtische Büro für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement eingerichtet.

Darüber hinaus gibt es seit vielen Jahren den von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) getragenen „Verein zur Förderung des Ehrenamtes” sowie das Freiwilligenzentrum der Caritas.

Bei diesen Trägern soll in Zukunft gespart werden. „Wir denken, dass diese Projekte ohne Schaden auch mit 28.000 statt 56.000 Euro finanziert werden können”, sagte Heinz Lindgens, Dezernent für Personal, Organisation und Soziales. Andreas Müller, Fraktionsvorsitzender der Linken, bemängelte: „Eigentlich sollten die drei Angebote im städtischen Büro zusammengelegt werden. Das ist offenbar nicht geschehen.” AWO-Geschäftsführerin Gabriele Niemann-Cremer (SPD) fügte hinzu: „Das städtische Büro arbeitet ergänzend und nicht ersetzend”. Die Vermittlung von Ehrenamtlichen brauche Zeit und Fachlichkeit. „Das gehört nicht zu den Aufgaben des Büros.”

Tatsächlich vermittelt die Stelle Interessierte meist an die Caritas, das DRK und die AWO weiter. „Wir beraten und leisten Öffentlichkeitsarbeit”, erklärte Petra Mahr, Sacharbeiterin im Büro für Ehrenamt. „Zudem stellen wir den Ehrenamtspass aus.” Besonders wichtig sei außerdem die Online-Stellenbörse für ehrenamtliche Arbeit. Die Kontakte laufen dabei allerdings nicht über das Büro, sondern direkt über die Vereine. Ruth Wilms (CDU) betonte: „Das Büro arbeitet mit den anderen Stellen zusammen und nimmt ihnen nichts weg.” Man dürfe sich nicht nur um das soziale Ehrenamt kümmern. Das Büro decke zum Beispiel auch die Bereiche Sport und Kultur ab.

„Das soziale Ehrenamt darf aber durch die Kürzungen nicht hinten herunterfallen”, sagte Niemann-Cremer. „Auch das Freiwilligenzentrum und der Verein zur Förderung des Ehrenamtes hätten die Gelegenheit haben müssen, sich vorzustellen.” Voraussichtlich im nächsten Sozialausschuss wird nun eine solche Präsentation stattfinden.

Darüber hinaus forderte die SPD, dass bis zur Evaluierung der drei Stellen keine Kürzungen vorgenommen werden. Allerdings gab es keine Mehrheit, um diesen Empfehlungsbeschluss auf die Tagesordnung zu setzen.