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Einrichtungen ausgerüstet: Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel

Einrichtungen ausgerüstet : Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel

Die Städteregion Aachen stattet Alten-, Wohn- und Pflegeeinrichtungen weiter mit Schutzausrüstung aus. Vom Tivoli aus verteilen die Mitarbeiter das Material an die insgesamt 210 Alten-, Wohn- und Pflegeheime.

Es sieht an diesem Dienstagmorgen eher karg aus auf dem Busparkplatz hinter dem Aachener Tivoli. Ein Lkw des Ortsverbandes Stolberg des Technischen Hilfswerks (THW) steht mit geöffneter Heckklappe da, wo sonst die Busse der Gästefans bei Alemannia-Spielen parken. Ralf Müller vom THW hat am Dienstag, 14. April, wieder einiges zu tun. Im Fünf-Minuten-Takt kommen Vertreter der insgesamt 210 Alten-, Wohn- und Pflegeeinrichtungen aus der gesamten Städteregion zum abgemachten Treffpunkt. Denn an Bord des THW-Fahrzeugs ist eine Fracht, die derzeit jeder benötigt, der sich um alte oder behinderte Menschen kümmert: Schutzausrüstung. „Im Kern haben wir hier die verschiedenen Schutzmasken, Desinfektionsmittel, aber auch Schutzkleidung wie Handschuhe, die gezielt an die Einrichtungen verteilt werden“, sagt Müller.

Dank an ehrenamtliche Helfer

Der Gesundheitsdezernent der Städteregion Aachen, Dr. Michael Ziemons, ist auch vor Ort. Weniger um den ganzen Ablauf zu kontrollieren, sondern vielmehr um Danke zu sagen. „Mein Dank gilt zum einen natürlich den Helferinnen und Helfern, die auch hier bei der Verteilung ehrenamtlich tätig sind. Zum anderen möchte ich auch ins Gespräch mit den Pflegerinnen und Pflegern kommen, die besonders in diesen Tagen Enormes leisten.“ Gerade rollt ein schwarzer Wagen auf den Schotterplatz, auf dem hinten das Logo des „ABC Pflegedienstes“ aus Aachen-Haaren prangt. Claudia Thomas und ihre elf Mitarbeiter versorgen in der ambulanten Pflege rund 95 Menschen. „Wir haben alle Kolleginnen und Kollegen an Bord, es gibt keinerlei Krankheitsausfälle“, sagt sie.

„Mir ist klar, dass sich niemand etwas davon kaufen kann, wenn man mit Lob überhäuft wird“, sagt Gesundheitsdezernent Ziemons. „Dennoch sind es genau diese Menschen, die in der Krise ihre beste Seite zeigen und es ermöglichen, dass wir in diesen schweren Zeiten noch vergleichsweise gut dastehen.“ Und so verlässt Claudia Müller den Parkplatz mit wertschätzenden Worten des Gesundheitsdezernenten, aber eben auch ganz handfest mit einer Kiste FFP2-Masken.

Ähnliches weiß auch Stephan Kirschbaum vom Aachener Betreuungsbüro Kirschbaum & Manz zu berichten. Seine 37 Mitarbeiter betreuen 155 erwachsene Menschen mit geistigen Behinderungen in der gesamten Städteregion Aachen. „Unsere Klienten haben sehr häufig auch deutliche Vorerkrankungen und gehören fast ausschließlich der Risikogruppe an.“ Das Schutzmaterial ist hier ebenfalls an der richtigen Adresse. Personelle Ausfälle hat Kirschbaum auch so gut wie keine zu beklagen, alle ziehen in der Krise an einem Strang.

„Für uns ist die Lage ja schon sehr schwer zu erfassen, es ändert sich fast täglich etwas an den Regeln und Vorschriften. Da ist es gerade für geistig behinderte Menschen unheimlich schwer, sich auf all das – was ja komplett aus der täglichen Routine herausbricht – immer wieder neu einzustellen“, sagt Ziemons bei der Übergabe des Schutzmaterials. Kirschbaum unterstreicht das aus seinen praktischen Erfahrungen: „Natürlich kommen immer wieder viele Fragen auf uns zu. Wir versuchen dann das alles gut und verständlich zu beantworten und ein wenig Sicherheit in der schweren Zeit zu geben.“ Nicht nur mit Schutzausrüstung.

(red)