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Nabu-Insektenzählung: Marienkäfer, Wildbiene, Heupferd

Nabu-Insektenzählung : Marienkäfer, Wildbiene, Heupferd

Der Naturschutzbund ruft die Aachener dazu auf, eine Stunde lang Insekten zu beobachten und zu zählen. Die Aktion im Rahmen des Nabu-Insektensommers läuft bis zum 15. August.

Erfasst wird alles, was sechs Beine hat: Noch bis zum 15. August ruft der Naturschutzbund dazu auf, Insekten zu zählen. Auch Aachen macht mit beim nächsten Durchgang des Nabu-Insektensommers.

Marc Hoffmeister, Leiter des Arbeitskreises Wildbienen beim Nabu Aachen, hofft auf eine rege Teilnahme. Nur so ließen sich belastbare Ergebnisse erzielen, betont er. Besonders wichtig ist ihm bei der Aktion, dass die Menschen die heimische Natur hautnah erleben und sich dafür begeistern: „Eine Wildbiene beim Pollenbaden zu beobachten, erzeugt nachhaltig gute Laune.“

Jeder gesichtete Sechsbeiner soll gezählt und gemeldet werden. Auf einige häufig vorkommende Arten soll dabei besonders geachtet werden: Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Ackerhummel, Blaue Holzbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Streifenwanze, Blaugrüne Mosaiklibelle und Grünes Heupferd. Wer diese Tiere nicht kennt, kann sie mit dem Nabu-Insektentrainer (www.insektentrainer.de) unterscheiden lernen.

„Die Blaue Holzbiene lässt sich seit einiger Zeit immer öfter auch hier in Aachen beobachten, sie ist durch ihre Größe eine sehr beeindruckende Biene“, so Hoffmeister. „Mit etwas Glück kann man zurzeit auch die fleißigen Blattschneiderbienen beobachten, die mit sauber ausgeschnittenen Zierpflanzenteilen umherfliegen.“

Auch Wespen dürfen gemeldet werden. „Wir wollen sehen, ob es in diesem Jahr, wie vermutet, aufgrund des kühlen und verregneten Frühlings weniger Wespen gibt“, sagt Nabu-Insektenexpertin Dr. Laura Breitkreuz. Auch Wespen bestäuben Nutzpflanzen, sie vertilgen Schädlinge, wie Blattläuse und Spannerlarven, und nützen so in Landwirtschaft und Gartenbau. Zudem beseitigen sie als geflügelte Gesundheitspolizei Aas. „Und wer bei Wespen gleich an Stechen denkt, liegt falsch“, sagt Breitkreuz. „Nur etwa jede fünfte der weltweit rund 137.000 Wespenarten hat einen Wehrstachel. Die in Deutschland häufige Gemeine Wespe, die uns jetzt vielfach begegnet, gehört allerdings dazu.“ Wer aber die Tiere nicht bedränge oder nach ihnen schlage, habe wenig zu befürchten.

 Auf Marienkäfer sollten Insektenzähler ein besonderes Auge haben. Der Nabu will herausfinden, ob der heimische Siebenpunktmarienkäfer oder der Asiatische Marienkäfer häufiger zu sehen ist.
Auf Marienkäfer sollten Insektenzähler ein besonderes Auge haben. Der Nabu will herausfinden, ob der heimische Siebenpunktmarienkäfer oder der Asiatische Marienkäfer häufiger zu sehen ist. Foto: dpa/Soeren Stache

Eine besondere Rolle beim Insektensommer spielt wie im Vorjahr der Marienkäfer, von dem es in Deutschland rund 70 Arten gibt. Breitkreuz: „Wir wollen herausfinden, ob der heimische Siebenpunktmarienkäfer oder der Asiatische Marienkäfer häufiger zu sehen ist. Letzterer wurde erst vor wenigen Jahrzehnten eingeschleppt. Wie weit sich die invasive Art bereits verbreitet hat, soll der Insektensommer zeigen.“ Bei der jüngsten Zählaktion im Juni lag der Asiatische Marienkäfer vorne.

Beobachten und zählen kann jeder und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich oder Bach. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App Nabu-Insektensommer. Beide Meldewege sind auf www.insektensommer.de abrufbar.

(red)