Aachen: Marie und Paul hängen nicht nur Justin und Chantal ab

Aachen: Marie und Paul hängen nicht nur Justin und Chantal ab

Bei den Mädchen machen mal wieder Marie, Sophie und Maria das Rennen, bei den Jungs landen Paul, Luca und Alexander auf dem Treppchen. Es sind die sechs beliebtesten Vornamen für Aachener Neugeborene des Jahres 2012. Als statistische Aufsteiger fallen Luca (von Platz 14 auf 2) und Charlotte (von 20 auf 5) ins Auge.

Deutschlandweit ergibt sich hingegen ein anderes Bild: Da rangieren Mia, Emma und Hannah in der Gunst frisch gebackener Eltern auf den Plätzen eins bis drei, während sich bei den Jungs — ähnlich wie in Aachen — Ben, Luka und Paul wiederfinden. Die bundesweite Hitliste ist allerdings keine amtliche Statistik, die gibt es nicht. Das Vornamen-Ranking geht zurück auf knapp 166.000 Geburtsmeldungen, etwa 25 Prozent des Geburtsjahrgangs, die der Ahrensburger Hobby-Statistiker Knud Bielefeld (www.beliebte-vornamen.de) Jahr für Jahr auswertet.

Zurück nach Aachen: Die aktuelle Bilanz des Standesamtes weist gleich mehrere Aufwärtstrends aus. Wobei ein Plus nicht immer Positives bedeutet: 2690 Geburten wurden in den vergangenen zwölf Monaten beurkundet, das sind 33 Kinder (1,3 Prozent) mehr als im Vorjahr 2011. Allerdings, so erklärt Standesamtsleiter Lothar Linden, lag der Wohnort jeder dritten Mutter außerhalb des Stadtgebiets. Mama reist eigens zur Geburt an — und dann samt Baby wieder ab. Traurig unterdessen: Aachen verzeichnete 3024 Sterbefälle, das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr (2914). Dass die Bevölkerung der Kaiserstadt bis zum Jahreswechsel 2012/13 trotzdem auf 248.137 Bürgerinnen und Bürger angewachsen ist, liegt vor allem am Studentenboom.

Apropos Boom: Aachen mausert sich zur Hochburg für Hochzeiten. Die Standesbeamten notieren für 2012 exakt 1272 neue Ehen und 24 Lebenspartnerschaften (14 männlich, 10 weiblich). Zu Buche stehen damit 1300 Ja-Worte, immerhin 20 mehr als 2011. Linden beobachtet auch hier eine wachsende Anziehungskraft der Stadt: „Aachen ist als Heiratsort für Auswärtige, also nicht in Aachen wohnende Paare, äußerst beliebt“, sagt er. 232 Brautpaare seien eigens wegen ihrer Trauung nach Aachen gekommen.

Über die Hälfte der Trauungen finden im Standesamt an der Krämerstraße statt. 30 Prozent der Brautpaare bevorzugen das Couvenmuseum oder den Weißen Saal im Rathaus. „Wir sind auf diese Bilanz durchaus stolz. Sie zeigt, dass sowohl die Trauorte als auch die Qualität der Trauungen großen Anklang auch außerhalb der Stadtgrenzen finden“, resümiert Linden. Übrigens: Der Dezember war auch 2013 mit 203 Hochzeiten der stärkste Monat, gefolgt von Juni (169) und August (162). Allein auf das Datum 12.12.2012 entfielen 36 Ja-Worte.

Natürlich ist davon auszugehen, dass viele Ehepaare des Vorjahres in Kürze auch Eltern werden — und zu Namensgebern. Und womöglich setzt sich dann 2013 ein Trend fort — nämlich zu klassischen Vornamen: Unter den „Neueinsteigern“ der Aachener Top 20 (siehe Grafik) tauchen Julia, Paula, Julian, Jakob, Jonathan, Emil, Peter und Johannes auf. Justin, Kevin, Chantal und Cheyenne haben indes hoffnungslos an Boden — und Plätzen — verloren.

Gegen Marie, Sophie, Paul und Luca haben sie sowieso keine Chance.