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Wohngebiet Kullen: Mann greift zwei Mädchen vor Wohnhaus in Aachen an

Wohngebiet Kullen : Mann greift zwei Mädchen vor Wohnhaus in Aachen an

Ein Mann hat zwei Mädchen tätlich im Aachener Wohngebiet Kullen angegriffen. Was ist genau passiert?

Der Angriff kam völlig unvermittelt. Im Wohngebiet Kullen in Aachen, nahe des Klinikums. Nach Zeugenaussagen hat ein Mann am Mittwoch an der dortigen Hans-Böckler-Allee vor dem Haus Nummer 76 ein sechsjähriges Mädchen und ihre elfjährige Freundin brutal an den Hals gepackt. Sogar von Würgen ist die Rede.

Wie die Mutter eines der beiden Opfer in einem Aufruf an die Nachbarn mitteilte, soll eine Frau den Vorfall beobachtet und sofort zur Hilfe geeilt sein. Sie habe den Täter zunächst angeschrien, um ihn von den Mädchen abzulenken. Die beiden Kinder seien daraufhin nach Hause geflüchtet.

Die Zeugin überwältigte den Mann dann und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. In ihrer Mitteilung warnt die Mutter die Nachbarn: „Bitte passt auf eure Kinder auf und lasst sie nicht mehr alleine raus!“

Im Umfeld des Tatorts wurde sofort gemutmaßt, dass es sich bei dem Angreifer um einen kranken Mann „aus der Psychiatrie“ handelt. Die Mutter der Sechsjährigen bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass der Mann aus der in unmittelbarer Nähe des Tatorts liegenden Außenabteilung des psychiatrischen Abteilung des Klinikums stammte. Er sei eindeutig als Patient identifizierbar gewesen. Auch seien zwei Pfleger aus der Abteilung kurz nach der Tat vor Ort gewesen und hätten den Mann ebenfalls festgehalten.

Die Polizei bestätigte am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung, dass es am Mittwoch gegen 16.30 Uhr einen solchen Vorfall gegeben hat. „Nach jetzigen Erkenntnissen und Aussagen der Zeugen hat der Beschuldigte die beiden Mädchen ohne erkennbaren Grund körperlich angegangen, indem er sie am Hals gepackt hat“, so Polizeisprecherin Kathrin Goebels. „Die Ermittlungen zur genauen Tathandlung laufen noch.“ Laut Goebels wurde ein Strafverfahren wegen Körperverletzung gegen den Beschuldigten, der bisher nicht polizeilich in Erscheinung getreten sei, eingeleitet.

Die Mutter des jüngeren Opfers berichtete am Donnerstagmittag, dass beide Mädchen deutliche Würgemale am Hals davongetragen hätten. Dies sei am Abend zuvor noch im Klinikum dokumentiert worden. Außerdem ständen beide Mädchen auch am Tag nach der Tat noch erheblich unter Schock.

Laut Polizeisprecherin haben sich in der Anzeige „keine Informationen“ gefunden, „dass der Beschuldigte in psychiatrischer Behandlung ist“. Nähere Erkenntnisse dazu habe die Polizei nicht. Der Täter habe auf die Polizisten „einen orientierten Eindruck gemacht“. Allerdings wurde er nach Aussage der Mutter mit einem Krankenwagen weggebracht.

Da keinerlei Haftgründe vorgelegen hätten, sei der Mann nach der Feststellung der Personalien und einer „situativen Gefährderansprache“ entlassen worden, heißt es dazu hingegen im Polizeibericht. „Er bekam für die Örtlichkeit einen Platzverweis.“

(alp)