Richtericher Dell:: Man plant und plant

Richtericher Dell: : Man plant und plant

Es war eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen der sonst besonnene Ratsherr und CDU-Vorsitzender Holger Brantin aus der Haut fuhr. Es ging in der Sitzung des Planungsausschusses um ein Neubaugebiet in „seinem“ Stadtbezirk Richterich, dessen Verwirklichung trotz erheblicher Wohnungsnot in der Stadt seit Jahren auf die lange Bank geschoben wird.

Dass CDU, SPD und auch die Grünen wegen der von den Richtericher Bürgern geforderten Umgehungsstraße eine Mitschuld an der Hängepartie haben, spielte an dieser Stelle keine Rolle. Nach dem Vortrag von Planerin Edith Prenger-Berlinghoff über neue Erschließungsvarianten für die südöstliche Seite des Plangebietes (Banker-Feld-Straße) hielt es ihn nicht länger.

„Man hat nicht das Gefühl, dass es weitergeht“, sagte Brantin und stellte weiter fest: „In Richterich sinkt die Einwohnerzahl, junge Familien ziehen weg“, bilanzierte er. „Eigentlich hatten wir bereits vor fünf Jahren einen Termin für die Fertigstellung der Umgehungsstraße“, so der CDU-Vorsitzende, „das wäre 2019 gewesen, jetzt heißt es 2024!“

Für den ebenfalls in Richterich ansässigen Karl Schultheis (SPD) war es nicht erklärbar, dass die Verhandlungen der Verwaltung über eine notwendige Gleisunterführung nicht in Gang kämen. „Ich habe bei der Bahn angerufen“, sagte der Landtagsabgeordnete und deutete an, dass es jetzt vorangehe.

Weiter geht jedoch der Zank um die Zeitabläufe. Für die SPD und auch für die Grünen war es immer denkbar, das Baugebiet umgehend mit einer Baustraße zu erschließen, die an die nahe Autobahn angeschlossen würde. Diese Variante hat jedoch nie die Zustimmung der CDU gefunden. Brantin zu unserer Zeitung: „Man glaubt doch nicht, dass die Handwerkerfahrzeuge beim Bau der Häuser über die Autobahn anfahren!“ Dahinter steht die Angst vieler Richtericher, dass die ohnehin belastete Zufahrt des Gebietes über das Nadelöhr Alt-Richterich noch schlimmer wird.

Doch dann setzte sich bei den Linken mit Marc Beus, bei der CDU mit Alexander Gilson und auch bei SPD-Sprecher Norbert Plum die Überzeugung durch, dass man keine neue Variante für die Umgehungstraße hinnehmen wolle.

Die Stadt soll nun nach einstimmigem Beschluss des Planungsausschusses mit der Variante weiterplanen, nach der die Haupterschließungsstraße des Gebietes mutmaßlich von der Roermonder Straße abgeht, an der nordöstlichen Seite des neuen Viertels entlangführt und hinter der Banker-Feld-Straße nach Westen am Außenrand des Neubauviertels in Richtung Horbacher Straße abknickt. Holger Brantin sagt dazu: „Baut das doch mal endlich!“

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