Aachen: Malteser suchen dringend Ehrenamtler

Aachen: Malteser suchen dringend Ehrenamtler

Ein ramponierter, gelber Kleinwagen zog am Samstagmittag die Aufmerksamkeit zahlreicher Besucher des Hirsch-Centers an der Elsassstrasse auf sich. Koordiniert und zügig machten sich die eingetroffenen Feuerwehrmänner und Rettungssanitäter an die Arbeit, das vom Airbag bedeckte Unfallopfer aus dem Auto zu bergen und in die nächste Klinik zu bringen.

Gleich dreimal spielten sich solche Szenen auf dem Parkplatz des Einkaufscenters ab. Glücklicherweise war alles nur gespielt. Die Simulationen von Autounfällen und die Rettung der Opfer waren Höhepunkte des ersten Malteser-Tages. Mit Blaulicht, verschiedenen Werkzeugen und Schläuchen sowie richtiger Schutzkleidung bot der Aachener Hilfsdienst Interessierten einen Einblick in die Arbeitsschritte einer Unfallrettung.

Ausführlich kommentierte Ralf Bischoni, Leiter der Malteser-Schule Aachen, das Geschehen. Vom Herausschneiden des Autodaches über die Kontrolle des Gesundheitszustandes der Fahrerin bis hin zu ihrer Bergung, verfolgten große und kleine Zuschauer gespannt, wie medizinischer und technischer Rettungsdienst Hand in Hand arbeiteten. Eine halbe Stunde dauerte es, die Richtzeit für Unfallrettungen von 60 Minuten war somit erfüllt, die Retter verdienten sich einen kräftigen Applaus.

Doch boten die Aachener Malteser noch viel mehr: Mit einer Autoschau von über 50 Jahre alten und immer noch einsatzfähigen „Rettungs-Oldtimern”, Besichtigungen von modernen Krankenwagen sowie Fahrzeugen des Katastrophenschutzes und der Möglichkeit, das Grundwissen über Erste Hilfe aufzufrischen oder neu zu erlernen, präsentierte sich der Hilfsdienst umfassend. Eine Torwand und Kinderschminken rundeten das Programm ab. „Viele Besucher waren sehr verwundert darüber, wie viele Dienste wir eigentlich anbieten”, sagte Wolfgang Heidinger, Geschäftsführer der Malteser Diözese Aachen.

Jeder kann sich engagieren

Bei dem seit rund sechs Jahrzehnten in Aachen ansässigen Malteser-Hilfsdienst spielen vor allem die circa 600 Ehrenamtler eine zentrale Rolle. „Leider wird jedoch die Bereitschaft, ein Ehrenamt zu übernehmen, immer geringer”, bedauerte Bianca Seiferheld, die ehrenamtlich im Katastrophenschutz der Malteser tätig ist und den ersten Malteser-Tag organisierte. Da nun auch noch der Zivildienst wegfallen wird, ist der Hilfsdienst auf neue Engagierte angewiesen. „Wir können Ehrenamtler jeden Alters gebrauchen!”

Die Bandbreite der Möglichkeiten sich zu engagieren, ist groß und reicht von der Malteser-Jugend über den Katastrophenschutz und die Erste-Hilfe-Ausbildung bis zum Hospiz-, Besuchs- und Begleitdienst. „Es kamen einige Leute, die sich informiert haben”, resümierte Ingo Schmitz den ersten Malteser-Tag. „Jetzt müssen wir abwarten, ob sich in den nächsten Wochen, Interessierte melden”, sagte der Ausbilder für Erste Hilfe. Und auch Bianca Seiferheld war zuversichtlich: „Trotz des schlechten Wetters war das Interesse groß!”

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