Aachen: Märchenhafter Konzertabend gespickt mit Überraschungen

Aachen: Märchenhafter Konzertabend gespickt mit Überraschungen

Bei Konzerten des Instrumentalvereins Eilendorf ist man vor Überraschungen nie sicher. Erst recht dann nicht, wenn schon der Titel des diesjährigen Herbstkonzerts versprach: „IVE im Märchenland“. Als Vorboten eines märchenhaften Konzertabends eröffneten neun Kinder aus der musikalischen Früherziehung bei einer „Zauberstunde im Märchenwald“ mit Tamburin, Triangel und Schlagzeug das Programm, wurden sofort zu Publikumslieblingen und versicherten den begeisterten Zuhörern: „Im Zauberwald da weht der Wind. Verzaubert ist hier jedes Kind.“

Nicht weniger liebenswert waren die als Pippi Langstrumpf oder Aladin verkleideten Kinder des Musikschulorchesters, die melodisch und rhythmisch gekonnt mit der Royal Fanfare von Ivo Kouwenhoven ihren Konzertpart eröffneten. Sie moderierten bereits selbst ihren Part und trieben dabei auch Spaß mit ihrem Dirigenten Didier Dhont. „Wenn er auf die Bühne kommt, denkt er, er sei ein König. Naja, unser Motto lautet ja auch Märchen“, spöttelte die kleine Moderatorin, mit Blick auf den beliebten Dirigenten, erstmals nun in einem eleganten Frack.

Er dirigierte anschließend auch das Jugendorchester, das melodiös, rhythmisch perfekt, heiter und beschwingt den Hogwarts’ March aus dem Harry-Potter-Film zu Gehör brachte, temperamentvoll The Muppet Show Theme und anspruchsvoll den Wüstenzug durch die Sahara aus King Tut’s Tomb interpretierte. Spaßig und verspielt hingegen folgte die Pippi-Langstrumpf-Melodie und als Zugabe der beliebte Jungendmarsch „One direction“. Nur langsam ebbte der Beifall ab.

Wurde die erste Konzerthälfte vom IVE-Vorsitzenden Frank Hecker moderiert, so übernahm Dorothé Jonas diesen Part nach der Pause, als das Große Blasorchester mit märchenhaften Film-, Opern- und Musicalmelodien faszinierte. Voller Leidenschaft und Feinfühligkeit dirigierte Jonneke Hansen-Moerke das Orchester, das triumphal „Lord of the Rings“ von Johan de Meij intonierte. Im vergangenen Jahr gab die Dirigentin ihr Debüt beim IVE. Jetzt war es bereits das sechste Konzert, bei dem das Große Orchester unter ihrer Leitung spielte und zu instrumentaler Höchstleistung geführt wurde. Hansen-Moerke verstand es souverän und fast unauffällig, den Klangkörper zu Übermut, aber auch zu Disziplin zu inspirieren. Mit grandioser Interpretation und symphonischen Klängen entführte das Orchester in die Welt der Märchen, weckte Fantasien und Träume, optisch unterstützt durch eine Bühnendekoration mit Brockenhexen, buntem Herbstlaub, aber auch Instrumentalistinnen, verkleidet als Rapunzel, Meerjungfrauen oder Prinzessinnen. Ob Humperdincks „Hänsel und Gretel“, Bert Appermonts „Rapunzel“ oder Howard Ashmans „Beauty and the Beast“ — die Zuhörer erlagen der Faszination des Orchesterspiels, das bei der zweiten Zugabe mit einem Partymix durch das Jugendorchester verstärkt wurde. Der Beifall in der voll besetzten Aula der Gewerblichen Schule mischte sich mit Jubel.

Als Vorbild für die Nachwuchsinstrumentalisten galten neun Mitglieder des IVE, die vom stellvertretenden Vorsitzenden des Trommler- und Pfeiferkorps Eilendorf 1910, Frank Kessel, für langjährige Zugehörigkeit zum Volksmusikerbund geehrt wurden. Für 40 Jahre mit einer Ehrennadel und -urkunde Jörg Vossen, für 30 Jahre mit einer goldenen Ehrennadel Siegfried Olbertz, für 20 Jahre mit einer silbernen Ehrennadel Markus Bartz und für zehn Jahre mit einer Ehrennadel in Bronze Matthias Koenig, Dorina von Oehsen, Sophia Skubatz, Katharina Hecker, Julia Schumacher und Katrin Reimann.