Aachen: „Macht mal Lärm“: Mehr als ein Ausrufezeichen für die Kultur

Aachen : „Macht mal Lärm“: Mehr als ein Ausrufezeichen für die Kultur

Klar: Der Frieden vor dem Feiertag wurde ein bisschen aufgemischt, als die Initiative „Macht mal Lärm“ mit ihrem Demozug den Asphalt und natürlich vor allem die Trommelfelle strapazierte: Zum zweiten Mal gingen die Mitglieder und Sympathisanten der Musiker-Bewegung auf die Straße, um für den Erhalt und die Förderung der freien Kultur in Aachen zu werben.

Nicht von ungefähr, denn vor rund einem Jahr setzte das sogenannte „Clubsterben“ in Aachen ein. Einige traditionelle Veranstalter wie der „alte“ Jakobshof oder auch der Malteserkeller machten ihre Pforten dicht und konnten somit der freien Kulturszene keine Bühne mehr geben.

Eine engagierte öffentliche Debatte setzte ein, und schon seinerzeit zogen rund 300 Menschen unter dem Motto „Macht mal Lärm“ durch die Straßen, um die unabhängige Kunst in Aachen stark zu machen. Im Sommer konnte dann ein Konsens im Rahmen eines Treffens im Rathaus gefunden werden, an dem Politiker, Club- und Kneipenbetreiber sowie Kulturinitiativen gleichermaßen mitwirkten. Seitdem war es ruhiger um die Debatte zum „Clubsterben“ geworden, und ganz so viele Menschen wie im vergangenen Jahr waren diesmal nicht dabei, als der Demozug den Elisenbrunnen erreichte. Die knapp 100 Teilnehmer erzeugten dennoch genug Phonstärke, um viel Aufmerksamkeit zu erregen.

„Wir wollen nicht fordern, sondern fördern und weiterhin zeigen, dass diese Szene aktiv ist und bleibt“, betonte Kristof Mittelstädt, Initiator von „Macht mal Lärm“. Man wolle verhindern, dass sich die Situation wieder verschlechtere. „Auch heute gibt es genügend Veranstalter und Lokalitäten, die eigenständig mit kreativen Ansätzen ihr Ding aufziehen und sich gar nicht erst von öffentlichen Geldern abhängig machen wollen“, so Mittelstädt. „Aber Aachen braucht wieder eine neue, mittelgroße Bühne. Eine Bühne, die Künstlern, die weder Anfänger noch Profis sind, einen Rahmen bietet, sich darzustellen. Eine Bühne, die von der Stadt gefördert werden sollte.“

Die Kundgebung am Elisenbrunnen endete erst in den Abendstunden. Hierfür sorgten Bands wie Nic Knatterton und die Marmeladenfabrik, Oneric, Rebeat, Ohlenforst und die Sieger des Brander Band Contests, Herr Miesepeters. Die große Bandbreite an Musikrichtungen machte allemal deutlich, was verloren geht, wenn die freie Kulturszene in Aachen nicht weiter gefördert wird.

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