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Aachen: „Ma vie avec Mozart“: Auf musikalischer Erkundungstour

Aachen : „Ma vie avec Mozart“: Auf musikalischer Erkundungstour

Die Verbindung von Text mit Musik ist beim Publikum im Musiksaal der Musikhochschule sehr gut angekommen. „Ich freue mich, dass Sie trotz des schönen Wetters so zahlreich erschienen sind“, begrüßte Herbert Görtz, geschäftsführender Direktor der Musikhochschule, am Sonntagvormittag die Gäste.

Gemeinsam mit Hans-Werner Huppertz, Mitglied des Direktoriums der Musikhochschule, hatte er im Vorfeld der Karlspreisverleihung an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu einer Liedermatinee eingeladen, die dann doch „letztendlich wieder einmal mit Mozart endete“.

Im Mittelpunkt stand dennoch Frankreich, das Land des Karlspreisträgers. François Campion, hoch geschätzter Musiker aus dem Barock, lieferte die musikalische Vorlage zum Einstieg. Danach ging es Schlag auf Schlag: Görtz und Huppertz rezitierten im Wechselspiel Texte und lieferten gleich darauf jeweils die passende Musik dazu.

Und als Huppertz einen amüsanten Text zu den Anglizismen in der französischen Sprache verlas, da lauschte ihm das Publikum mit sichtlichem Vergnügen. Nachdem Frankreich über Jahre versucht habe, Anglizismen aus der französischen Sprache zu verbannen, sage die jetzige Kultusministerin: „Fremde Wörter sind eine Bereicherung.“

Wie sich allerdings das Englische mit dem Französischen mischt und dabei manchmal ganz neue Worte hervorbringt, ist durchaus kurios. Und weiter ging es mit Ulrich Wickert, Journalist und Autor, und seinen Betrachtungen über den „Jardin du Luxembourg“ in Paris.

Ein kleines Paradies

Dieser Garten sei das Paradies, zitiert Wickert einen Kellner, der dort jahrein und jahraus in einem Café serviert. Und auch Dichter und Musiker teilen demnach diese Leidenschaft: Roussau, Rilke und viele andere haben diesen Park in ihrer Kunst verewigt.

Mit Éric-Emmanuel Schmitts „Ma vie avec Mozart“ kam dann der Text zur Sprache, der der Matinee ihren Namen gegeben hatte. Und dabei spielte natürlich auch Mozarts Musik eine Rolle, eine Musik, der es gelinge, dem Tragischen die Schwere zu nehmen, und die immer mit großer Leichtigkeit daher komme, wie Schmitt meint.

„Mozart hat mir das Leben gerettet, seine Musik ist die Therapie, die mich wieder ins Leben geholt hat“, sagt er in seinem Text. Schmitt liebt Mozart, auch wenn er ihn manchmal vergisst, vielleicht sogar verleugnet, aber zuletzt bekennt er sich ganz offen zu dessen Musik.

„Du machst es deinen Gegnern nicht schwer“, schreibt er an einer Stelle über Mozart, „denn all deine Tugenden können auch gegen dich verwendet werden“. Am Flügel ergänzt Görtz die Textstellen mit der entsprechenden Musik. Und so sorgten die beiden Professoren im Rahmen des Karlspreisbegleitprogramms mit Flügel, Gitarre und einer überaus gelungenen Auswahl an Texten für einen wunderschönen und unterhaltsamen Sonntagmorgen.