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Lyriktreff Aachen liest aus der neuen Anthologie im Haus Löwenstein

„Verse aus der Barockfabrik“ : Spiegelbild der poetischen Perspektiven

Elf Autoren haben am Samstag im Haus Löwenstein poetisch interessierten Zuhörern einen Einblick in ihre lyrischen Arbeiten der letzten Jahre gewährt. Dazu hatte der Lyriktreff „Verse aus der Barockfabrik" eingeladen.

Das Literaturbüro Euregio Maas-Rhein (EMR) hatte die Lesung in Kooperation mit dem Internationalen Zeitungsmuseum (IZM) im Rahmen der „Silbenschmiede“ zur aktuell erschienenen Anthologie veranstaltet. Nach einem Grußwort von Harald Redle, Vorsitzender des Literaturbüros, leitete der Lyriker Hartwig Mauritz, der auch den monatlich stattfindenden Lyriktreff moderiert, durch die Lesung.

Elf der 19 in der Anthologie vertretenen Autorinnen und Autoren vermittelten dann mit ihren Beiträgen eine Vielfalt von unterschiedlichen Stimmungen, Impressionen und Themen. Manche Gedichte sind nachdenklich – wie „Eiskalt“ von Manfred H. Freude – manche humoristisch, wie das Gedicht über den Akt des Kaugummikauens von Martin Ebner. Auch aktuelle Themen wie der Braunkohleabbau werden verarbeitet. „Jeder weiß, Energie muss fließen um jeden Preis“ liest Monika Kühn-Görg aus ihrem Gedicht „Garzweiler“ vor. Die Verfasser und Verfasserinnen der Beiträge sind keine unbeschriebenen Blätter, viele sind schon lange künstlerisch und lyrisch tätig, haben unter anderem Gedichtbände veröffentlicht und Lyrik-Wettbewerbe gewonnen.

Seit 1981 besteht das Literaturbüro Euregio Maas-Rhein mit Sitz in Aachen als gemeinnütziger Verein. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und somit Förderung der euroregionalen Kultur – insbesondere der Literatur – stehen im Zentrum der Arbeit. Seit den 1980er-Jahren tauschen sich Autorinnen und Autoren in Aachen im Rahmen von Werkstattgesprächen über ihre Texte aus.

Zunächst fand man sich im Café Schnabeltasse zusammen, schließlich im Malereiraum des Kulturhauses der Barockfabrik. Aus den Treffen entwickelte sich 2007 der heutige Lyriktreff. Zu diesem sind alle eingeladen, die selbst Gedichte schreiben und sich über Theorie und Praxis austauschen wollen. Die Plattform wird genutzt, um eigene Texte in der Runde zu diskutieren oder andere poetische Texte zu erörtern. Einfach nur zum Zuhören kommen, darf man natürlich auch.

Ralf Wolf trägt seine Zeilen zum Abschluss der gelungenen Veranstaltung vor. Zusammen mit Friede Weise-Ney ist er Herausgeber des Anthologie-Bandes. Er erzählt, dass der Band aus dem Anliegen entstanden ist, einen Einblick in das Schaffen der Runde, die sich in den letzten Jahren zusammengefunden hat, zu geben. Zudem werden die Autorinnen und Autoren kurz vorgestellt. Weitere Rezensenten waren Renate Fuchs, Dieter Hans, Marlene Olbrich, Robert Schmid und Anita Seo-Dornbach.

Alle Teilnehmer des Lyriktreffs haben über die Zeit eigene Stimmen und poetische Perspektiven entwickelt, so Hartwig Mauritz, und die herausgegebene Anthologie ist das Spiegelbild dessen. So ist eine abwechslungsreich gestaltete Zusammenstellung von poetischen Beiträgen entstanden, die als Momentaufnahme der Arbeit des Lyriktreffs der Jahre 2011-2018 gesehen werden kann.

Die Anthologie ist für acht Euro in Buchhandlungen oder im Online-Handel erhältlich.