Aachen: Luxemburger Ring: Vollsperrung wird für Pendler zur Geduldsprobe

Aachen : Luxemburger Ring: Vollsperrung wird für Pendler zur Geduldsprobe

Autofahrer, die zur Ungeduld neigen, sollten sich dieser Tage vielleicht ein paar entspannende Atemtechniken aneignen. Wegen der Vollsperrung des Luxemburger Rings zwischen Ronheider Weg und Martelenberger Weg staut sich das Blech im Aachener Süden — und zwar weit über den engeren Umkreis der Brücke, die seit Montag saniert wird, hinaus.

„Die Situation ist unhaltbar“, sagt etwa Anwohner Ernst Hanf. „Wegen der Umleitung erstreckt sich der Rückstau zu Stoßzeiten fast über den kompletten Ronheider Weg.“ Wer morgens oder am späten Nachmittag in dem Bereich unterwegs ist, weiß: nicht nur dort.

Nötig ist die Vollsperrung, weil der Beton in den Hohlkästen der Brücke und auf dem Gehweg umfänglich instandgesetzt werden muss. Zudem werden Lärmschutzwände eingebaut. Auf dem Luxemburger Ring ist zwischen Eupener Straße und dem Martelenberger Weg nur der Anliegerverkehr zugelassen. Autofahrer, die in Richtung Eupener Straße fahren, werden über den Ronheider Weg und die Weißhausstraße umgeleitet. In Gegenrichtung geht es großräumig über die Eupener Straße und die Weißhausstraße am Hangeweiher vorbei zur Hohenstaufenallee und dann zur Lütticher Straße — insbesondere auch, „um die Anwohner des Ronheider Weges nicht durch eine Zwei-Richtungs-Umleitung mehr als unbedingt notwendig zu belasten“, wie es beim Stadtbetrieb heißt.

Als Belastung empfinden die Verkehrsumleitung aber beileibe nicht nur Anwohner im Ronheider Weg. Wie mehrere Leser unserer Zeitung berichten, gelte zu Stoßzeiten auch auf der Eupener Straße, der Salierallee und in den umliegenden kleineren Straßen über weite Strecken nur noch „Stop-and-go“.

„Die Straßen sind völlig überlastet“, sagt ein Anwohner, der von seinem Haus an der Salierallee optimale Bedingungen hat, um das sich stauende Blech zu beobachten. Erschwerend kommt hinzu, dass wegen der Baustelle an der Kurbrunnen-straße der Verkehr sowieso schon über die Eupener Straße umgeleitet wird.

Dass die Geduld der Pendler wegen der Großbaustelle zurzeit auf die Probe gestellt wird, weiß auch der Stadtbetrieb. „Die Kollegen sind vor Ort und haben die Umleitung an einigen Stellen bereits optimiert“, teilt Elisa Bresser vom städtischen Presseamt auf AZ-Anfrage mit. So seien die Grünphasen an den Kreuzungen Salierallee / Weißhauptstraße, Eupener Straße / St. Vither Straße sowie Hohenstaufenallee / Limburger Straße verlängert worden.

Darüber hinaus wurden am Ronheider Weg zusätzliche Halteverbote ausgewiesen, „damit die Straße breiter ist und der Verkehr besser fließen kann“. Dem „Verbesserungsvorschlag“ einiger Anwohner, dass man die Umleitung in Richtung Eupener Straße doch auch vom Ronheider Weg über den Martelenberger Weg zurück zum Luxemburger Ring verkürzen könnte, erteilt Bresser indes eine Absage. „Der Martelenberger Weg ist zurzeit wegen Straßenunterhaltungsarbeiten gesperrt.“ Zudem sei dies keine geeignete Straße für eine offizielle Umleitung. „Es gibt keinen Gehweg, für Fußgänger wäre das also viel zu gefährlich.“ Erfahrungsgemäß werde sich der erste Trubel rund um eine Großbaustelle nach etwa einer Woche legen, sagt Bresser. „Wir werden das weiter beobachten und gucken, an welchen Stellschrauben man noch drehen kann.“ Die Stadt geht davon aus, dass die Vollsperrung des Luxemburger Rings Ende August aufgehoben werden und der Vekehr dann zumindest einspurig wieder über den Straßenabschnitt rollen kann.

(akas)