Aachen/Stolberg: Luisenhospital bekommt neuen Chef der Gynäkologie

Aachen/Stolberg : Luisenhospital bekommt neuen Chef der Gynäkologie

Das Aachener Luisenhospital bekommt einen neuen Chef der Gynäkologie: Nachdem das Eupener St. Nikolaus Hospital bereits in der vergangenen Woche freudig bekannt gegeben hatte, dass Dr. Dirk Crommelinck zum Oktober dieses Jahres nach Belgien wechseln wird, hat am Dienstag das Luisenhospital mitgeteilt, wie die Nachfolge geregelt werden wird.

Der bisherige Chefarzt des Regionetzwerks für die Frau am Standort Stolberg, Dr. Uwe Heindrichs, wechselt zum 1. Oktober nach Aachen.

„Wir freuen uns, dass wir mit Dr. Heindrichs einen kompetenten und sehr erfahrenen neuen Chefarzt für unsere Frauenklinik und Geburtshilfe für unser Haus gewinnen konnten“, sagt Marco Plum, Vorstand des Luisenhospitals. Mit voraussichtlich 1500 Entbindungen in diesem Jahr gehören wir zu den großen Geburtskliniken in der Region“, führt Plum aus. Regionsweit ist das Stolberger Krankenhaus übrigens die geburtenstärkste Klinik: Hier wurden 2017 insgesamt 1671 Geburten gezählt.

Seit 2016 existiert das Regionetzwerk für die Frau. Dahinter verbirgt sich die Zusammenarbeit des Bethlehem-Krankenhauses in Stolberg und des St.-Antonius-Hospitals in Eschweiler. Am Standort Stolberg ist die gemeinsame Geburtenstation zusammengeführt worden, in Eschweiler werden weiterhin gynäkologische Eingriffe vorgenommen.

Ein weiterer, ebenso wichtiger Grund für die Ernennung Heindrichs sei aus Sicht des Luisenhospitals neben seiner allgemeinen gynäko-onkologischen Expertise seine große Erfahrung in der Brustchirurgie. „Das Luisenhospital ist zertifiziertes Brustzentrum, deshalb war es für uns wichtig, mit Dr. Heindrichs einen zertifizierten Brustchirurgen zu bekommen, der die Arbeit hervorragende von Dr. Crommelinck fortführt und weiterentwickelt“, betont Plum. In Aachen wird sich Heindrichs intensiver der Brustchirurgie widmen.

Studium in Aachen

Uwe Heindrichs ist in der Eifel zur Schule gegangen, hat an der RWTH Medizin studiert und Teile seiner Ausbildung in England absolviert. Er arbeitete unter anderem im Knappschaftskrankenhaus in Bardenberg und an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Aachen. 2012 wurde er Chefarzt der Gynäkologie an einem Krankenhaus in Trier, bevor er 2014 nach Stolberg wechselte.

Die durch den bevorstehenden Weggang frei werdende Chefarztposition in Stolberg ist bereits erfolgreich besetzt, teilt das Luisenhospital mit. Neuer Chefarzt im Regionetzwerk für die Frau am Standort Stolberg und damit auch Chefarzt für Frauenheilkunde im Bethlehem Gesundheitszentrum wird demnach Ansgar Cosler.

In diesem Jahr werde in Stolberg erstmalig die 1800-Geburten-Marke erreicht. Der 53-jährige gebürtige Aachener ist seit 25 Jahren im Bethlehem-Krankenhaus tätig, davon einige Jahre als Sektionsleiter für die Geburtshilfe. Cosler, der in Aachen Medizin studiert hat, ist Arzt für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Dirk Crommelinck ist in diesem Jahr bereits der zweite prominente Abgang am Luisenhospital. Erst im Juni war bekannt geworden, dass der Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Krankenhausvereins Luisenhospital Aachen, Werner Reiche, nach vielen Jahren das Haus verlässt. Dem Vernehmen nach wechselt er ans Klinikum.

Mit den Kollegen in Stolberg pflege man ein sehr gutes Verhältnis, betont das Luisenhospital. „Das Bethlehem Gesundheitszentrum und das Aachener Luisenhospital gehen seit vielen Jahren offen und partnerschaftlich miteinander um“, heißt es in einer Pressemitteilung. Beide Häuser seien froh, mit Heindrichs und Cosler zwei so anerkannte Mediziner in der Region halten zu können, erklärt das Luisenhospital.

Eupen freut sich auf Crommelinck

In Eupen ist man indes froh, Dirk Crommelinck für sich gewonnen zu haben. „Das wird eine gute Entwicklung für unser Haus“, sagte Frédéric Marenne, Chefarzt am Eupener Nikolaushospital, in der vergangenen Woche. Crommelinck wolle in seiner Heimat Ostbelgien künftig dabei helfen, die Gynäkologie und die Geburtshilfe auf neue Beine zu stellen. Das vergleichsweise kleine Nikolaushospital steht seit wenigen Monaten unter neuer Leitung und befindet sich derzeit auch in einem größer angelegten Umbau.

„Auch an uns ist die Entwicklung der Geburtshilfen in der Städteregion Aachen nicht vorbeigegangen“, sagt die Eupener Pflegedienstleiterin Nadja Brockhans. Auch in Belgien bereitet man sich auf einen möglichen Anstieg der Geburtenzahlen vor, nachdem die Situation am Simmerather Krankenhaus und am Rhein Maas-Klinikum in Würselen in den vergangenen Monaten so kritisch war.

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