Aachen: Luisenhöfe: Viele offene Fragen bleiben

Aachen : Luisenhöfe: Viele offene Fragen bleiben

Eigentlich sind die „Luisenhöfe“ ein beschaulicher Flecken Erde in der Aachener Innenstadt. Deshalb sollten nach dem Willen der Stadt und der Investoren, Landmarken AG und Aixact, auf Teilen des Blockinnenbereichs zwischen Südstraße, Boxgraben und Reumontstraße neue Wohnbauten entstehen. Doch deren Planung stellt sich als schwieriger heraus als ursprünglich gedacht.

Nachdem bisherige Entwürfe vom Planungsausschuss des Rates verworfen wurden, sollten nun die Anwohner bei einer Informationsveranstaltung im Luisenhospital erst einmal ihre Wünsche äußern.

Auf den ersten Blick ließ sich das gut an, was sich das beauftragte Planungsbüro „Innovativ in Stadt und Raum“ (ISR) dazu ausgedacht hatte. Mineralwasser, Kekse und vier Tischchen standen bereit, an denen die Bürger ihre Anliegen bezüglich Wohnen, Mobilität, Nachbarschaft sowie Grün- und Freiräume formulieren sollten. Diese Vorschläge würden dann der Politik und der Verwaltung „mit auf den Weg gegeben, damit diese nicht an der Bürgerschaft vorbei handeln“, wie ISR-Geschäftsführer Jochen Füge sagte.

So leicht wollten sich die Anwohner ihre Wünsche jedoch nicht entlocken lassen. Vielen der Anwesenden fehlten „grundlegende Informationen“, wie etwa die Berechnungen der Investoren, wie viele Wohneinheiten aus wirtschaftlicher Sicht überhaupt gebaut werden müssten. Auch hätten einige gerne die bisherigen — bereits verworfenen, aber nicht öffentlichen — Planungsentwürfe gesehen und statt „Beschäftigungstherapie“ dort eventuelle Änderungen angebracht.

Es dauerte fast eine Stunde, bis die „misstrauische Grundstimmung“, die Füge feststellte, sich etwas löste. Das lag auch an Niels-Christian Schaffert, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, der versicherte: „Die hier eingebrachten Anliegen werden in größtmöglichem Umfang in das Planungsverfahren miteinbezogen.“ Bis auf den Erhalt der Baumsubstanz im Bereich der Innenhöfe sei dabei weiterhin alles völlig offen, betonte er.

So kamen schließlich doch noch einige Kriterien zusammen, welche die Anwohner bei den Neubauten gerne berücksichtigt wissen wollten. Altersgerecht sollten diese sein, Natur und Kultur gleichermaßen verbinden sowie integrativen und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Weiterhin hielten sie an der Forderung fest, das Parkhaus an der Mariabrunnstraße nicht zu erweitern.

Wie es auf dem vielzitierten Filetstück in bester Lage dereinst konkret aussehen soll, muss sich also erst noch herausstellen. Derzeit, so Stadtplaner Füge, befänden sich zehn Architekturbüros in einem städtebaulichen Planungswettbewerb, aus deren Entwürfen ein Preisgericht im September dann den besten aussuchen soll. Und: Auch aus den Reihen der Anwohner sollen Vertreter in diesem Auswahlgremium sitzen, wie Füge erklärte.