Aachen: Luisenhöfe: Bürgerinitiative befürchtet hohe Bebauungsdichte

Aachen : Luisenhöfe: Bürgerinitiative befürchtet hohe Bebauungsdichte

Die Absichten, die die Planer formulieren, klingen ambitioniert und löblich: Von einer nachhaltigen innerstädtischen Quartiersentwicklung ist die Rede, von gesunden Wohnverhältnissen und deren Integration in einen gewachsenen Stadtteil.

Entstehen sollen diese Wohnungen in einem „hofartigen Bauensemble“, dessen Struktur die heutige „parkähnliche Atmosphäre“ so weit möglich erhalten und den „Blick ins Grüne“ bewahren soll. Ohnehin soll dem Baumbestand und den Frei- und Grünräumen ein besonderer Stellenwert eingeräumt werden, und auch ein „innovatives Mobilitätskonzept“ steht ganz oben auf der Prioritätenliste.

Die Rede ist vom großen Wohnprojekt Luisenhöfe, das auf 15.250 Quadratmetern im Blockinnenbereich zwischen Boxgraben, Südstraße, Reumontstraße und Mariabrunnstraße realisiert werden soll. Und formuliert sind die hehren Ziele im Auslobungstext für den städtebaulichen Wettbewerb, für den die Politik demnächst in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte am 9. Mai und im Planungsausschuss am 17. Mai grünes Licht geben soll. Denn es soll endlich vorangehen mit dem Vorhaben, das die beiden Aachener Investoren Landmarken AG und Aixact gemeinsam stemmen wollen — und gegen das es in der Nachbarschaft einige Vorbehalte gibt.

Denn es hat sich eine Bürgerinitiative formiert, die zwar nicht strikt gegen neue Wohnungen ist, sich aber dennoch sorgt um Grün- und Freiflächen, um die Struktur des Quartiers, um zusätzliche Belastungen durch zusätzliche Mobilität. Und deren Mitglieder skeptisch sind, ob ihr Angebot der „konstruktiven Mitarbeit“ von den Investoren tatsächlich ernst genommen wird — zumal nach einer Info-Veranstaltung vor gut zwei Wochen, die viele Teilnehmer unzufrieden zurückließ.

Da bietet der Auslobungstext für den Wettbewerb nun mehr Informationen. Zum Beispiel, dass die Teilnehmer — fünf Architekturbüros aus Aachen, Köln, Düsseldorf, Leipzig und Neuss — ihren Plänen eine oberirdische Bruttogrundfläche von 21.000 Quadratmetern zugrunde legen sollen. Und es ist diese erstmals öffentlich genannte Zahl, die Karsten Schellmat von der Bürgerinitiative an den hehren Absichten zweifeln lässt. „Was da an Zielen formuliert wird, liest sich sehr gut, aber wenn man die geforderten Flächen betrachtet, wird das ad absurdum geführt.“

Soll heißen: Bei solchen Renditevorgaben — die Bruttofläche lässt auf eine Wohnfläche von rund 14.000 Quadratmetern und damit auf eine dreistellige Zahl von Wohneinheiten schließen — sei das wichtigste Anliegen der Initiative, der Erhalt der Grünflächen, kaum zu realisieren. „Von der Bebauungsdichte her sehe ich da keinen großen Unterschied zu den bisherigen Plänen“, sagt Schellmat. Und diese waren im Planungsausschuss bereits drei Mal abgelehnt worden — weil die Baukörper zu hoch, zu dicht, zu klotzig angelegt waren.

Aber auch an anderen Stellen dürfte der Auslobungstext den Mitgliedern der Bürgerinitiative kaum gefallen. So ist beispielsweise die Rede davon, dass die Bebauung die Traufhöhen der Gebäude am Boxgraben und der Südstraße nicht überschreiten dürfe , was immer noch auf vier- bis fünfgeschossige Gebäude hinausläuft. A

uch ist nach wie vor eine Erweiterung des Parkhauses an der Mariabrunn-straße, die von den Anwohnern strikt abgelehnt wird, ein Thema. Zwar wird ein „innovatives Mobilitätskonzept“ eingefordert, doch wird in der Auslobung auch darauf hingewiesen, dass für die Wohnnutzung grundsätzlich ein Stellplatz für 100 Quadratmeter Bruttogrundfläche einzuplanen sei.

Allerdings steckt der ganze Prozess noch in den Anfängen. Und der Luisenhöfe GmbH gehören auch noch nicht alle Grundstücke im Plangebiet. Eine Grünfläche gehört der Stadt, ein Areal einem privaten Besitzer, die mögliche Zufahrt von der Mariabrunnstraße aus dem Luisenhospital. Erste Gespräche habe es bereits gegeben, sagt Landmarken-Sprecher Kolja Linden, konkret verhandelt werde aber erst, „wenn das Wettbewerbsergebnis vorliegt“. Das soll Anfang September der Fall sein.

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