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Aachen: Ludwig Forum will Extra-Zuschuss für Foyer und Museumsshop

Aachen : Ludwig Forum will Extra-Zuschuss für Foyer und Museumsshop

Es ist eine Rechnung mit einigen Unbekannten, die das Ludwig Forum am 16. Mai im Kulturausschuss aufmacht. 300.000 Euro sollen die Politiker bewilligen, damit das Museum an der Jülicher Straße mit einem neuen, standesgemäßen Eingangsfoyer plus Museumsshop veredelt werden kann.

„Oberstes Ziel für uns ist eine verbesserte Aufenthaltsqualität im Ludwig Forum“, erklärt Direktorin Dr. Brigitte Franzen am Montag. Das Vorhaben reift seit einiger Zeit, wurde aber zuletzt im Februar 2013 von der Tagesordnung des Kulturausschusses gestrichen. Jetzt folgt der nächste Anlauf.

Bis zum Ende dieses Jahres soll der Umbau — wenn die Politik grünes Licht gibt — fertig sein. Schon seit Januar 2012 steht das Restaurant neben der Tordurchfahrt zur Straße leer. An einem neuen Gastronomen hatte man an dieser Stelle kein Interesse. Stattdessen soll dort auf 200 Quadratmetern der Eingangsbereich entstehen — entgegen vorheriger Planung mit Besucherzugang vom LuFo-Innenhof und nicht an der Ecke zur Jülicher Straße. Der Denkmalschutz habe bei der werbewirksamen Portalvariante, die einen Schnitt in die Außenhaut der alten Schirmfabrik erfordert hätte, nicht mitgespielt, heißt es. Kulturdezernent Wolfgang Rombey wirbt neben Franzen eifrig für die Investition: „Das wäre der erste wichtige Schritt, bevor wir die gastronomische Lücke schließen“, sagt er.

Hinter den Kulissen laufen seit über einem Jahr Verhandlungen „mit einem namhaften Spitzengastronomen aus Aachen“, dem man die alte Kantine und jetzige Schreinerei der Fabrik zwischen Innenhof und Park schmackhaft machen will. Namen will Rombey nicht nennen. Bloß: Über die Höhe der Erbpacht, die von der Stadt für die Parzelle gefordert wird, herrscht offenbar Uneinigkeit. Und an der Millioneninvestition, die nötig wäre, um den betagten, 400 Quadratmeter großen Pavillon schräg gegenüber dem jetzigen LuFo-Eingang in ein exquisites Restaurant zu verwandeln, will sich Aachen nicht beteiligen. „Das übersteigt unsere Möglichkeiten“, sagt Rombey. Wann, ob und mit wem die Restaurant-Vision realisiert wird, ist gegenwärtig noch offen. Das gilt übrigens auch für die Gastronomien im Suermondt-Ludwig-Museum und im künftigen Centre Charlemagne. Dort sucht die Stadt ebenfalls Pächter.

Weitere Kosten drohen: Zwar will das LuFo seine Schreinerei — falls ein Restaurantinvestor zugreift — kostengünstig an die geplante Werkstatt im (fast) benachbarten Kreativdepot Talstraße andocken. Deren Fertigstellung ist allerdings frühestens Ende 2015 vorgesehen. Eine Übergangslösung würde weiteres Geld kosten. Genauso wie die seit anderthalb Jahren verwaisten Gastronomieflächen, deren Mieteinnahmen der Stadt seitdem fehlen.

Von dem neuen Eingangsbereich verspricht man sich nicht nur eine höhere Anziehungskraft des LuFo — wobei das Haus in den ersten drei Monaten 2013 mit insgesamt 5000 Besuchern deutlich mehr Gäste gezählt habe als in den Vorjahren, wie Kulturbetriebleiter Olaf Müller betont. Mit den Besucherzahlen sollen die Einnahmen wachsen. Franzen möchte jeden Kunstfreund beim Betreten und Verlassen der 6000 Quadratmeter großen Ausstellungsflächen durch den neuen Museumsshop schleusen. Der ist laut Rombey konzipiert als „Geschenkegeschäft, in dem jeder ein Präsent findet“. Welche Erlöse zu erwarten sind, ist unklar.

Die Kassenkraft an der Theke wäre nebenbei zuständig für eine bescheidene gastronomische Betreuung. Eine „italienische Kaffeebar“, in der es auch Baguettes und Kuchen geben könnte, schwebt Franzen vor. Eine Küche gibt es keinesfalls. Denn: „Früher haben sich vom Restaurant die Essensdämpfe auf unsere Kunstwerke im 1. und 2. Obergeschoss niedergeschlagen, da drohen Schäden“, warnt sie. Und durch einen neuen, zentralen Eingang wären die „von Besuchern oft übersehenen oberen Stockwerke“ besser zugänglich, argumentiert die LuFo-Chefin. Toreinfahrt und Außenfassade will sie durch ein modernes Lichtsystem und farbige Markierungen kunstvoll in Szene setzen.

Apropos: Die zeitgenössische Kunstszene Aachens und deren Historie lässt Franzen in den kommenden fünf Jahren mit einer zusätzlichen Kuratoren-Stelle in einem neuen „forschenden Archiv“ aufarbeiten. 300.000 Euro steuert eine Stiftung der Sparkasse bei; 140.000 Euro legt das LuFo drauf.