Aachen: Ludwig Forum: Neues Entree mit Kaffeeautomat

Aachen: Ludwig Forum: Neues Entree mit Kaffeeautomat

Ein geschmackvolles Entree im ehemaligen Restaurant soll noch in diesem Jahr den Weg zur Kunst ebnen. Für 300.000 Euro soll das Ludwig Forum für Internationale Kunst nämlich einen neuen Eingangsbereich mit Kasse, Shop, ein paar Getränken und Baguettes am Torbogen an der Jülicher Straße gebaut bekommen — und die Gastronomie bleibt dabei endgültig auf der Strecke.

Seit rund 14 Monaten steht das Museums-Restaurant leer, damals hatten sich die Betreiber des „Parapluie“ mit dem Kunsthaus zerstritten. Seitdem müssen die Museumsbesucher, etwa zur nächsten großen Ausstellung „Die anderen Amerikaner — Neuentdeckungen der 1970er und 80er Jahre“, die am Sonntag, 17. März, um 12 Uhr eröffnet wird, mit zwei Snack- und Getränkeautomaten vorlieb nehmen. Und das schmeckt nicht allen Kunstfreunden.

Der Wunsch nach einem neuen, repräsentativen Eingang ins Museum steht schon weit länger im Raum. Nun gewinnt er Gestalt, im Betriebsausschuss Kultur werden am 21. Februar Eckdaten vorgestellt. Das Budget liegt bei 300.000 Euro, der Umbau soll im August, spätestens im September starten und bereits im Oktober beendet sein, die Planung liegt in den Händen der Architekten-Arbeitsgemeinschaft Feld72 mit Höhler+Partner.

Der bisherige Eingang aus dem Innenhof der ehemaligen Schirmfabrik wird demnach wegfallen. Die Museumskasse in der Shedhalle wird abgebaut, allerdings wird die Technik an Ort und Stelle bleiben müssen — sie kann nicht einfach so abmontiert und wieder aufgebaut werden. Sie wird stattdessen gut verkleidet. Mit dem Wegfall des alten Kassen- und Shopbereichs gewinnt das Museum aber auf jeden Fall mehr Ausstellungsfläche ab 2014.

Der neue Eingangsbereich wird auf 170 Millimeter breiten Parkettstäben, Eiche antik, kerngeräuchert errichtet. Denn der Boden im ehemaligen Parapluie wird erhalten. Auch der etwa zwei Quadratmeter große Bereich, den ein Wasserschaden verfärbt hat, wird wohl bleiben. So viel Geld fließt dann doch nicht in die Umgestaltung, um hier aufwendig auszutauschen. Dafür werden abgehangene Decken geöffnet, hochwertige Möbel angeschafft und kunstvolle Lichtelemente eingesetzt. „Es wird ein hoher Anspruch an die neue Shopmöblierung und -gestaltung gestellt“, heißt es in der Erläuterung der Maßnahme für die Kulturpolitiker.

Keine Alarmanlage

Statt auf Tischen werden im neuen Shop Bücher und Kataloge in beleuchteten Regalwänden präsentiert — allesamt abschließbar, denn eine Alarmanlage gibt es im ehemaligen Restaurant nicht und sie ist auch nicht vorgesehen. Die neue Museumskasse wird wieder wie eine Theke gestaltet. Die soll dann zugleich auch für die begrenzte Gastronomie genutzt werden. Die hohe Kunst der Beköstigung ist im Museum nicht mehr vorgesehen.

Ein hochwertiger Kaffeevollautomat wird stattdessen angeschafft, zudem sollen gekühlte Getränke, Kuchen und Baguettes an ein paar Tischen — mit Platz für 20 bis 25 Besucher — serviert werden. Im Sommer soll auch der Außenbereich — die Loggia — mit „loungeartiger Möblierung“ von weiteren 20 Personen genutzt werden können, wobei hier der Wunsch formuliert wird, dass die Landschaftsarchitekten des „Atelier Le Balto“ in den nächsten Jahren in die Gestaltung eingreifen. Sie haben bereits im Park des Museums gewirkt. Ob die alte Schreinerei auf dem Hof eine Zukunft als Restaurant hat, ist bis dato nicht geklärt.

Eine Küche wird es im Museum Ende des Jahres aber nicht mehr geben. Eine Mikrowelle wird stattdessen angeschafft. Ob eine Zapfanlage, wie es sie noch an vorhandenen der Restauranttheke gibt, überhaupt noch sinnvoll ist, wird sich zeigen. Kasse und Gastronomie sollen so oder so von einer Person bedient werden. Das müsse ausreichen. Nur bei Vernissagen und anderen Großveranstaltungen ist laut Planung eine Doppelbesetzung vorgesehen. Es wird aber zwei getrennte Kassen geben, an denen sich die 300.000-Euro-Umgestaltung auszahlen soll.

Die Einrichtung soll letztlich nicht nur hochwertig und kunstvoll, sondern auch flexibel sein. Denn der Raum des ehemaligen Restaurants soll weiterhin für Privatfeiern anzumieten sein. Auch in dieser Hinsicht soll der Geschmack der Aachener getroffen werden.

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