Aachen: Luc I. Piwko, Märchenprinzen Alaaf!

Aachen : Luc I. Piwko, Märchenprinzen Alaaf!

Silke Piwko, die sonst so gelassene Hofstaatmama, wirkt angespannt. Ihre Akika-Jungs sind am Sonntagnachmittag mitsamt ihren Familien zum Sommerfest des Arbeitsausschusses Aachener Kinderkarneval gekommen. Dort sollten sie erfahren, wer von ihnen in der nächsten Session der Märchenprinz sein wird.

Als Akika-Leiter Wolfgang Radermacher auf den Kletterturm am Schießstand Jägersruh steigt und von oben um Aufmerksamkeit bittet, steigt die Spannung. „Ich bin gefragt worden, unter welchen Voraussetzungen man denn Märchenprinz werden könne“, beginnt Radermacher und zählt auf: „Nun, der Junge muss fünf Jahre im Hofstaat dabei sein und Page, Jäger, Noppeney, Bäcker und Mandele Leo gewesen sein.“ Aktuell trifft das nur auf einen Jungen zu: Luc Piwko. Seine Mama Silke ist froh und erleichtert: Jetzt ist es endlich raus!

Vor ein paar Tagen ist Luc zehn Jahre alt geworden. Da hat er das Geheimnis schon eine Weile mit sich herumgetragen. „Mama kam mal von einer Akika-Besprechung zurück, und ich habe sie gefragt, um was es gegangen ist“, sagt Luc. „Da hat sie mich vorgewarnt.“ Wie fühlt es sich an? — „Einfach cool!“

Auch Silke Piwko findet am Sonntag schnell zu ihrer gewohnt ruhigen, souveränen Art zurück. „Es ist gut, dass wir mittlerweile so früh bekanntgeben, wer Märchenprinz wird. Für die Kinder war es immer eine Belastung, das Geheimnis bis November für sich behalten zu müssen.“

Prinzenlied im Mittelpunkt

Ohnehin hat Luc genug anderes zu tun, als sich in Geheimniskrämerei zu üben. Er wird als erstes sein Prinzenlied einstudieren, das der Mittelpunkt der Hofstaat-Auftritte sein wird. Zur Schneiderin geht es erst nach den Sommerferien — Wachstumsschübe sind bei Zehnjährigen eine ernstzunehmende Sache, wenn es sich um ein einzigartiges Kleidungsstück handelt.

Ernst ist auch die Sache mit der Schule. „Stimmen denn die Noten?“, fragt Wolfgang Radermacher, der von Beruf Lehrer ist und daher die schulischen Leistungen seiner Truppe im Vordergrund sieht. Luc und seine Eltern sehen auch das gelassen. Seine Zeit an der Grundschule Brühlstraße in Eilendorf geht zu Ende, nach den Sommerferien — und somit auch als Prinz — geht er aufs Pius-Gymnasium.

Vater Artur Piwko erzählt, dass Lucs künftiger Klassenlehrer sogar die Karnevalsparty am Pius organisiert. Da deutet sich Verständnis an für Fehlstunden an Fettdonnerstag, wenn der Märchenprinz mit seinem Gefolge auf rund 17 Bühnen dieser Stadt auftritt.

Auch sonst haben die Eltern eine gute Vorstellung davon, was auf ihren Sohn zukommt, denn seit 2008 sind sie im Akika dabei. Damals mit Tochter Lina in der Tanzgarde. Inzwischen tanzt sie in der KG Eulenspiegel mit. „Da haben wir zwar unser eigenes Programm, aber bei Lucs Auftritten will ich unbedingt dabei sein“, sagt die große Schwester. Sein Vater Artur hat bisher jede Rundfahrt mit Auftritten seiner Kinder begleitet. Klar, dass er seine Rolle in der nächsten Session auch darin sieht, seinen beiden Akika-Aktiven den Rücken frei zu halten.

„Ejjen Schuel doe weäd jeliert — än met d‘r Märchenprenz jefiert“, lautet das Motto in Lucs Session. „In Anlehnung an das AAK-Motto“, sagt Wolfgang Radermacher. Aber mit Schule statt Uni, was auch deshalb gut passe, weil der Akika seit 1998 sehr präsent in den Schulen der Stadt sei. Und auch zum neuen Märchenprinzen passt es, vom Sonntag aus betrachtet: Eben eins nach dem anderen — erst die Schule, dann kann der Karneval schon kommen!