Aachen: Lob für einen stillen Helden, der „manchmal sehr laut sein muss“

Aachen : Lob für einen stillen Helden, der „manchmal sehr laut sein muss“

„Das Geheimnis ist kein Geheimnis mehr“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp bereits nach wenigen Minuten, als er mit seiner Laudatio auf den neuen Träger des Stille-Helden-Preises begonnen hatte. Mit Axel Deubner hat die Deutsch-Türkische Gesellschaft Eurotürk einen Menschen ausgezeichnet, der sich in vielen Projekten sozial engagiert.

Ob nun das Multikulti-Fest, die Städtepartnerschaft Aachen — Sariyer / Istanbul oder die Lousberg-Gesellschaft: „Der Brückenbauer Axel Deubner hat zu Recht den Stille-Helden-Preis für das Jahr 2015 verdient“, so der Oberbürgermeister.

Der Geehrte war „überwältigt und innerlich tief berührt“. Dennoch: „Die Aufzählung ist mir ganz fremd“, sagte Axel Deubner, der sich einige Dankesworte auf einem Briefumschlag notiert hatte. Vor einem Monat hat der umtriebige Unternehmer seinen 70. Geburtstag gefeiert; und anstelle von Geschenken „stellte er wieder sein soziales Engagement in den Vordergrund“, heißt es in der Laudatio.

Die finanzielle Unterstützung kam dem Projekt „Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern“ des Kinderschutzbundes Aachen und der „Pflege von Grünflächen durch Drogenkranke“, initiiert von der Suchthilfe Aachen, zu Gute. „Ein stiller Held muss manchmal auch sehr laut sein, um seine Ziele zu erreichen. Ich versuche es so einzusetzen, dass es richtig ist“, unterstrich Axel Deubner in seiner Rede. An den Oberbürgermeister gerichtet, sagte der Preisträger, „dass Verwaltungen lernen müssen, bürgerschaftliches Engagement aufzunehmen und auch gezielt einzusetzen“.

Angesichts einer wachsenden demografischen Herausforderung sei auch die Zuwanderung enorm wichtig, um die Aufgaben in der Zukunft bewältigen zu können. „Ich kann gar nicht begreifen, dass wir die Menschen, die kommen oder schon da sind, nicht mit offenen Armen empfangen“, erklärte der Geehrte. Auch hier geht der neue Träger des Stille-Helden-Preises mit gutem Beispiel voran und beschäftigt in seinem Unternehmen für Baumaschinen mehr als 50 Mitarbeiter aus sieben Nationen. „Menschen mit Migrationsgeschichte sind sehr engagiert: Sie wollen nach oben“, sagte Axel Deubner.

„Häuser für Flüchtlinge finden“

In diesem Sinne hatten Reiner Bertrand, Dr. Okan Akn und Konsul Hans-Josef Thouet von der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Eurotürk bereits bei der Begrüßung darauf hingewiesen, dass „wir Häuser für die Flüchtlinge finden und darüber hinaus auch einen emotionalen und sozialen Raum schaffen müssen“. Durch die stillen Helden werde diese Aufgabe in die Köpfe und Herzen der Menschen getragen.

Der neue Preisträger Axel Deubner bekam als äußeres Zeichen dieser Anerkennung mit einer Urkunde und einer Krawatte die Insignien der Deutsch-Türkischen Gesellschaft überreicht. Für das anschließende Gartenfest hatte Gastgeber Reiner Bertrand „halb Haaren überdacht“, wie Oberbürgermeister Marcel Philipp schmunzelnd anmerkte. Dies sei schon mal ein sozialer Raum, in dem man etwas entstehen lassen könne.