Aachen: Literarische Würdigung der Clara Fey

Aachen: Literarische Würdigung der Clara Fey

Als Tochter des wohlhabenden Tuchfabrikanten Louis Fey im Schatten des Aachener Doms groß geworden, hat sie Impulse gesetzt in einer von Männern dominierten Gesellschaft. Heute ist der Name Clara Fey im kollektiven Gedächtnis kaum mehr präsent.

Obwohl sie vor fast 200 Jahren das Leben so vieler Menschen durch ihre Worte und Taten entscheidend verändert und bereichert hat. Neben Franziska Schervier und Pauline von Mallinckradt ist sie eine der drei Ordensgründerinnen der „Schwestern vom armen Kinde Jesu“.

Ein Traum im Kindesalter von einem armen Kind, dass sich als das Jesuskind herausstellt, sollte sie ihr gesamtes Leben begleiten und ihr späteres Handeln prägen. Schon in ihrer Jugend befasste sich Clara Fey mit dem Schicksal der Waisenkinder und der Kinder armer Eltern, deren Anzahl mit dem Wachstum der Industriearbeiterschaft auch in ihrer Heimatstadt Aachen ständig zunahm. Später eröffnete sie eine Armenschule, die bald schon erweitert werden musste. Heute gehören noch 500 Schwestern in drei Kontinenten ihrem Orden an und noch heute trägt die Bischöfliche Clara-Fey Schule in Schleiden ihren Namen.

Dennoch wollte man einen Beitrag leisten, damit diese Frau, die so vielen armen Aachener Kindern eine Schulbildung ermöglicht hat, nicht in Vergessenheit gerät. „Und so wandte sich Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff an mich und fragte, ob es nicht eine Möglichkeit gebe, das Gedenken an Schwester Clara Fey aufrecht zu erhalten“, so Benno Groten, Leiter der Abteilung Erziehung und Schule im Bischöflichen Generalvikariat.

Um seinem Wunsch nachzukommen, unternahm er vielerlei Anstrengungen, bis er sich schließlich mit seiner Bitte, ein Buch über das Leben und Wirken Clara Feys zu verfassen, an Hans Jürgen Roth wandte. Roth ist Priester des Erzbistums Köln und war zuvor Gymnasiallehrer in Remscheid. „Ein halbes Jahr bevor er mir zusagte, hatte er bereits mit der Recherche begonnen“, erzählt Groten.

In diesem Jahr war es dann endlich soweit. Das Buch wurde fertiggestellt — ohne Honorar und nach unzähligen Arbeitsstunden. In der Feierstunde, zu der auch Dompropst Monsignore Helmut Poqué und Bischof Mussinghoff erschienen, sangen die Kinder der Domsingschule „Maria durch die Dornwand ging“ und rührten den Autor mit diesem Lied beinahe zu Tränen. „Es passt so gut zu Clara Fey, die sich gegen alle Widerstände für ‚ihre‘ Kinder einsetzte“, sagte Roth.