Aachen: Lipette Jungbecker: Die Mutter der Roswar in ihrem Paradies

Aachen: Lipette Jungbecker: Die Mutter der Roswar in ihrem Paradies

Jeder Schlag ihres Herzens gehörte seit mehr als sieben Jahrzehnten den Menschen des Rosviertels, und so wurde Lipette Jungbecker als die „Mutter der Ros” verehrt. Am Montagmorgen, 17. Oktober, starb sie zu Haus in ihrer vertrauten Umgebung in der Rosstraße.

Von der sagte sie einmal: „Wenn abends die Sonne hereinscheint, ist meine Wohnung für mich wie ein Paradies”. An ihrer Seite war ihr Sohn José.

Seit ihrer Heirat mit dem Nadelfabrikanten José Jungbecker im Jahr 1937 hat die liebenswürdige Dame, die durch ihre mitmenschliche Hilfsbereitschaft auch „gute Fee der Ros” genannt wurde, in ihrem Viertel Großes geleistet. Im Verein „Streuengelche vajjen Rues” wirkte sie über 60 Jahre hinweg, war von 1961 bis 1999 Präsidentin des Vereins, wurde dann zur Ehrenpräsidentin ernannt und galt als „Mutter der Streuengelchen”.

Als Seniorchefin der ehemaligen Nadelfabrik Jungbecker stiftete sie 1988 anlässlich des 150-jährigen Firmenjubiläums eine Engelchen-Statue, die neben dem Roskapellchen ihren Platz gefunden hat. Sie war am 11. Juni 1916 in Algrange (Lothringen) geboren worden und wuchs seit ihrem vierten Lebensjahr in Malmedy auf.

Bis zum Tod ihres Mannes waren beiden 30 glückliche Ehejahre vergönnt, in denen drei Söhne geboren wurden. Die Stadt würdigte ihr soziales Engagement 1996 mit dem Goldenen Karlssiegels. Ein Jahr später wurde Jungbecker mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

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