Leonie Bosnjak ist das neue Streuengelchen bei der Roskirmes in Aachen

Aachener Roskirmes : Leonie Bosnjak streut die Bonbons im Rosviertel

Leonie Bosnjak, das diesjährige Streuengelchen, strahlte am Wochenende mit der Sommersonne um die Wette. Das sechsjährige Mädchen stand im Mittelpunkt der Feierlichkeiten bei der 314. Roskirmes vom Verein Streuengelche van de Rues. Im Mai hatte sie sich zum zweiten Mal beworben und diesmal ging sie als glückliche Siegerin hervor.

„Die Roskirmes ist die traditionsreichste Veranstaltung dieser Art in Aachen und sucht weltweit ihresgleichen. Allein in Spanien gibt es wohl ein ähnliches Brauchtum mit einer Engelspuppe, was wir nochmal genau recherchieren wollen“, erzählt Detlef Houben, Vorsitzender vom Verein Streuengelche van de Rues.

25 Kisten mit Klömpchere werden im Laufe des dreitägigen Festängs unters Volk gebracht – von einer Engelchenfigur hoch über der Ros. „Diese schöne Puppe ist um die 250 Jahre alt und unser besonderer Schatz“, betont Houben, der im Kellerarchiv des Vereins viele besondere Stücke aufbewahrt die an die 314-jährige Geschichte erinnern.

Damit auf dem Volksfest im Stadtteil so fröhlich gefeiert werden kann, bedarf es einiger Vorbereitungen und Aufbauarbeiten. An nur einem Tag schafft Houben das gemeinsam mit seinem emsigen Team. Er packt überall mit an, beim Aufhängen der bunten Fähnchenketten entlang der Rosstrasse bis hin zum Thekenausschank.

Seit 1993 ist er der Chef auf der Ros. „Schon als kleiner Junge lernte ich die Tradition der Roskirmes kennen. Ich beschloss, wenn ich später einmal eine Tochter hätte, dass diese Streuengelchen werden sollte. Nun hatte ich mit meinen beiden Töchtern Carmen und Lorena gleich zweimal das Vergnügen“, erzählt Houben begeistert.

Rund 25 aktive Helfer hat er. Fotos macht Hans-Jürgen Österreicher, der das ganze Vereinsjahr liebevoll dokumentiert und für das jeweilige Engelchen ein Erinnerungsalbum erstellt. Außerdem schenkt er jedem Engelchen eine Puppe. Von Renate und Willi Watteler wird eine Kette für Leonie Bosnjak gestiftet.

Ein besonderes Schmankerl ist in diesem Jahr das nagelneue Circus-Nostalgiekarussell von Heinz Wimmer. Er betreibt das Fahrgeschäft zugunsten seines sozialen Projekts „Kinder helfen Kindern“. Pfarrer Andreas Mauritz weihte das Karussell ein und gab dem Projekt den Segen der katholischen Kirche. Die Einnahmen kommen dem Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen mit seiner inklusiven Kita Talbotzwerge zugute.

Die Proklamation des neuen Streuengelchen ging wie immer in einen Festzug durch die angrenzenden Straßen über, an dem sich das Trommler- und Pfeiferkorps Aachen-Hörn, befreundete Vereine und Gruppierungen der Frohen Jakobiner, die Bürgergemeinschaft Henger Herrjotts Fott und Ehrengäste beteiligten. Bis in die späten Abendstunden sorgten Alleinunterhalter Geraldo, sowie „Tommy Larsen“ alias Hubert Aretz, die „Öcher Stadtmusikanten“ und Kurt Christ musikalisch für Unterhaltung.

Am Sonntag besuchte der Vorstand mit dem Engelchen ein Seniorenwohnheim. Am Montag streut das Engelchen zunächst für vier Kindergärten, ab 15 Uhr regnet es dann wieder Bonbons für alle Kinder. Die Auslosung der Tombola erfolgt ab 16.30 Uhr, gegen 18.30 Uhr wird das Streuengelchen wieder verabschiedet. Im Anschluss daran unterhalten das Gesangsduo „De Pöngche“ sowie Sängerin Elizabeth und Alleinunterhalter Geraldo das Publikum bis zum traditionellen Zapfenstreich um 22 Uhr.

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