Aachen: Leonard-Rektor: „Schule soll Freude machen”

Aachen: Leonard-Rektor: „Schule soll Freude machen”

Die Mauern haben ihm gut gefallen. Aber das, was er hinter den Mauern fand, hat ihn schlichtweg begeistert. Als Stefan Menzel das erste Mal vor dem Gymnasium St. Leonhard stand, dann gefiel im das klassische Bauwerk, kein Vergleich zu den vielen Schulbauten aus den 1970ern.

Dann lernte er die Lehrer kennen, die Schüler, ein paar Eltern. Und Menzel war klar: Hier bin ich richtig. „Ich bin auf ein schwungvolles, fröhliches Kollegium getroffen. Das hat mich sofort eingenommen. Ich habe aufgeweckte Schüler kennengelernt und bin auf Eltern gestoßen, die kritisch waren und die sofort zeigten, dass man hervorragend mit ihnen zusammenarbeiten kann”, erzählt er.

Guter Start

Seit Sommer ist Menzel nun Leiter des Innenstadtgymnasiums, Nachfolger von Günther Dick. „Und ich habe hier alles, was ich für eine gute Schule brauche”, sagt er. „Es werden gewiss auch andere Tage kommen, aber der Start war ganz hervorragend.” 41 Jahre ist er alt, geboren wurde er in Niedersachsen. Dort stand er frühzeitig in der Verantwortung. Gerade mal 30 Jahre war er alt, als er Konrektor eine Orientierungsschule wurde. Das ist eine Schulform, die es in Niedersachsen nicht mehr gibt und in Nordrhein-Westfalen nie gab. Es gab 500 Schüler in den Klassen 5 und 6. Mehr nicht. Also ausschließlich die sogenannte Erprobungsstufe. Und es war denn auch eine Erprobungszeit für den jungen Lehrer Menzel. Er nahm die Verantwortung an.

Später - als die Schulform ausgelöst wurde - war er Konrektor an einem Gymnasium. Und überall verfolgte er ein Ziel: „Schule soll Freude machen.” Dieses Ziel hat er zunächst mit nach Heinsberg genommen - auch hier als Konrektor eines Gymnasiums. Der Familie wegen hat er den Großraum Hannover/Braunschweig gegen Aachen eingetauscht. Viereinhalb Jahre war er in Heinsberg, letztlich zehn Jahre Konrektor.

Es war Zeit, sein Ziel als Schulleiter zu verfolgen. Überall in der Region wurden im Sommer Posten neu Besetzt. In Aachen auch am Couven-Gymnasium, in Stolberg an zwei Schulen, einer in Eschweiler. Menzel wollte ans St. Leonhard. Und nun fährt er jeden Tag mit seinem Pedelec (einem Fahrrad mit kleinem Beimotor) aus Kornelimünster ins Zentrum mit seinem Anspruch und Ziel im Gepäck. „Wer diese Schule verlässt, soll froh sein, dass die Schulzeit vorbei ist, aber immer auch Wehmut spüren. Wenn das nicht der Fall ist, dann ist etwas schief gelaufen”, sagt er.

Menzel hatte viele Lehrer in seiner Familie. Zufriedene Lehrer. Positive Vorbilder. „Man hört auch als Schulleiter nie auf, Lehrer zu sein. Und es ist schön, wenn man gerne Lehrer ist,” sagt er und man spürt, wie gerne er Deutsch in der 12 oder die Kinder in der Klasse 7 unterrichtet. Doch Schulleiter sein ist viel mehr als unterrichten. „Ich kann umsetzen, was ich im Kopf habe”, erklärt der Familienvater.

Er hätte es sich leichter machen können. Denn das Gymnasium St. Leonhard steht im Zeichen von Baustellen. Einer sprichwörtlichen, denn die Schule ist gerade Aachens zweites Ganztagsgymnasium (nach dem Geschwister-Scholl-Gymnasium) geworden. Und einer wörtlichen, denn bis 2012 entsteht auf dem benachbarten Parkplatz ein Erweiterungsbau. „Der Ganztag ist kein Selbstläufer, wir wollen unser Konzept zu einem Erfolg führen. Wichtig ist, dass erst Menschen dasein müssen, die sich begeistern lassen. Und die haben wir hier”, sagt er. Doch Menzel hat noch mehr Pläne. Das Gymnasium wird als erste Aachener Schule Spanisch als zweite Fremdsprache einführen. Dann will er die Korrekturzeiten seiner Lehrer verringern, damit die sich mehr denn je um Unterricht, individuelle Förderung und Schüler- und Elterngespräche kümmern können. Und wie er das so erzählt, da merkt man rasch viel Freude ihm diese Aufgabe macht.

St. Leonhard bietet Spanisch als zweite Fremdsprache

Als erste Aachener Schule bietet das Gymnasium St. Leonhard Spanisch als zweite Fremdsprache, also ab dem sechsten Schuljahr an. Letzte Woche hat die Schulkonferenz sich dafür ausgesprochen, ab dem 1. August 2011 eine Spanischklasse einzuführen. Die beiden weiteren Klassen der dreizügigen Schule beginnen mit Französisch in der 6. In der Fünf lernen alle Leonhard-Schüler Englisch, nur die bilinguale Klasse Französisch.

Am Mittwoch wird um 19.30 Uhr bei einer Infoveranstaltung in der Schule das neue Spanischangebot vorgestellt. Bislang konnte die Sprache erst in Klasse 10 gewählt werden. In Klasse 8 wählen die Schüler zwischen Latein und Niederländisch.

Fünf Lehrerinnen unterrichten das Fach Spanisch: Laura Beaujean, Daniela Finkmann, Marianne Alt, Susanne Friedrich-Gossen und Susanne Herforth.

„Dieses Potenzial müssen wir einfach nutzen”, sagt Schulleiter Stefan Menzel. „Wir bieten damit mehr Auswahl, spanisch hat weltweit immer mehr Bedeutung, und es gibt die Gelegenheit, diese Sprache immer wieder praktisch anzuwenden. Außerdem gibt es in dieser Sprache schnelle Lernerfolge, es ist eine sehr schöne Sprache. Und das ist eine tolle Motivation”, sagt er. „Ich würde es auch gerne sprechen können.”