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Aachen: Leiharbeiter liefern „schwere” Argumente für Lohngerechtigkeit

Aachen : Leiharbeiter liefern „schwere” Argumente für Lohngerechtigkeit

Mit zwölf Metern Länge und einem Gewicht von 14 Tonnen konnte man den Info-Truck, mit dem die IG Metall auf dem Willy-Brandt-Platz halt gemacht hat, kaum übersehen.

Das ist ganz im Sinne der Veranstalter, denn die Tour unter dem Motto „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld!” zielt vor allem darauf ab, auf ein unterschätztes Problem aufmerksam zu machen.

Seit Beginn des Jahres sind bundesweit 300.000 Leiharbeiter entlassen worden, davon alleine 1000 im Großraum Aachen. Viele von ihnen waren sozial kaum abgesichert und stehen nun am Rande der Existenz. Zudem befürchtet man, dass viele abgebaute, reguläre Arbeitsplätze, wenn es zu einem Aufschwung der Konjunktur kommt, durch schlechter bezahlte Leiharbeiter ersetzt werden sollen. Und das, obwohl diese bereits jetzt teilweise nur den halben Lohn der fest Angestellten erhalten.

„Wir fühlen uns auch ein bisschen als Stimme der Leiharbeiter”, sagt Franz-Peter Beckers, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Aachen. Sie bieten Leiharbeitern Beratung und weitreichende Unterstützung an.

Die „Fair-Leih-Tour” findet dabei im Zuge einer größeren Kampagne statt. Die IG Metall hat in direkter Reaktion auf die Wirtschaftskrise ihr bekanntes Ziel „Gute Arbeit” erweitert und tritt für ein „Gutes Leben” ein. Dazu gehören für Beckers neben einer verlässlichen Anstellung, soziale Sicherheit, stabile Renten und eine gute Ausbildung.

Zur Initiative gehört auch eine Umfrage, um zu ermitteln, was der Bevölkerung wichtig ist. Als besonderen Anreiz wird die IG Metall für jeden ausgefüllten Fragebogen einen Euro ans Projekt „Mensa” der Aachener Tafel spenden.

In der nächsten Zeit sollen die Probleme dabei noch weiter in den Fokus gerückt werden. Noch mangele es an Reaktionen in der Politik, doch die IG Metall sei fest entschlossen, in der Krise und kurz vor der Bundestagswahl das Thema noch stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.