Aachen: Lebenshilfe präsentiert Kochbuch mit Gerichten aus anderen Ländern

Aachen: Lebenshilfe präsentiert Kochbuch mit Gerichten aus anderen Ländern

„Europa schmeckt mir“. Das steht für Thomas fest. Was genau ihm daran schmeckt, ist schwer zu sagen, denn irgendwie war alles, was er in der letzten Zeit in diversen Ländern gekocht und gegessen hat, lecker.

Nur in Bella Italia, dem Land der Pizza und Pasta-Variationen, war es nicht ganz so toll, was aber eher an der Arbeit in der Küche lag. . .

Die Kenntnisse über die lokalen Köstlichkeiten der jeweiligen Länder hat Thomas gemeinsam mit anderen Menschen mit Behinderung im Rahmen des europäischen Förderprojektes-Grundtvig „Kreative Gastronomie — Menschen mit Behinderung kreieren Köstlichkeiten aus regionalem Anbau“ kennengelernt. Das Café Life der Lebenshilfe war dabei eine der beteiligten Einrichtungen.

Betreuer und Bewohner besuchten zusammen weitere Behinderteneinrichtungen in Österreich, Rumänien, Italien und Eupen und erfuhren dort viel über die landestypischen Spezialitäten, die natürlich anschließend gekocht wurden. Das Resultat dieser Reisen und Erlebnisse sind nicht nur grenzüberschreitende Freundschaften, sondern auch ein Kochbuch mit traditionellen Gerichten aus den fünf bereisten Ländern. Initiator Norbert Zimmermann ist von dem Erfolg des Projektes begeistert: „Die Idee stammt aus der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Behindertentagesstätte Garnstock aus Eupen und dem Café Life, welches seit fünf Jahren existiert. Aus dieser grenzüberschreitenden Partnerschaft wollten wir dann eine europaweite machen. Mit dem Ziel, dass Menschen mit Behinderung die Gastronomie kennenlernen und gemeinsam etwas Landestypisches zubereiten.“ Dabei waren auch die Sprachbarrieren in Rumänien und Italien kein Problem, wie Zimmermann ergänzt: „Es war schön zu sehen, dass die Teilnehmer über das gemeinsame Tun in einen selbstverständlichen Kontakt zueinander getreten sind.

Auch Europaabgeordnete Sabine Verheyen, die das Projekt eng begleitet hat, ist von der Nachhaltigkeit, die damit einhergeht, überzeugt: „Die Menschen, die in Europa leben, machen Europa aus. Bei dem Konzept wurden theoretische Dinge ins praktische Leben umgesetzt, weshalb ich gleich doppelt fasziniert bin. Zum einen ist es ein inklusives Projekt und zum anderen verbindet es die verschiedenen Kulturen miteinander. Man hat sich über das Kulturgut des Essens kennengelernt und somit trafen Bildung, Kultur, Lebensmittel und Essen in ganz besonders toller Kombination aufeinander.“

Ferner hoffen Verheyen und Zimmermann, dass das Projekt viele Nachahmer findet. In Aachen wird genau dieser Gedanke in die Tat umgesetzt. Denn schon in der kommenden Woche lädt ein Koch aus Wien zu einem österreichischen Abend im Café Life ein, bei dem die Gäste in den Genuss von Köstlichkeiten der Wiener Küche kommen.

Mehr von Aachener Zeitung