„Walk of Care“ in Aachen: Lauter Applaus für Pflegerinnen und Pfleger

„Walk of Care“ in Aachen : Lauter Applaus für Pflegerinnen und Pfleger

Der Beruf des Pflegers ist spannend und vielseitig. Doch es gibt viele Missstände, die dringend angepackt werden müssen. Darum geht es den Teilnehmern des “Walk of Care“.

„Meine Mutter könnte stolzer nicht sein“, rief die Auszubildende Jennifer Landmann den rund 120 Pflegerinnen und Pflegern zu, die sich zum Internationalen Tag der Pflege auf dem Aachener Markt versammelt hatten. Alle zusammen waren sie im Rahmen des ersten „Öcher Walk of Care“ zuvor eineinhalb Stunden durch die Stadt gelaufen, um mit Transparenten, Liedern und lauten Parolen zwei Dinge klar zu machen: Zum einen, dass der Beruf des Pflegers ein vielseitiger, spannender Beruf ist. Zum anderen, dass allseits bekannte Missstände endlich angepackt werden müssen.

Landmann offenbarte in ihrer Rede, dass sie sich trotz einiger negativer Vorurteile nach einem Jahr in der Ausbildung sicher sei, dass die Entscheidung für den Pflegeberuf die richtige war. Ihr Enthusiasmus, mit dem sie bei der Kundgebung nicht nur von ihrer stolzen Mutter, sondern insbesondere von ihrer täglichen Arbeit mit den Patienten berichtete, wirkte ansteckend. Abschluss-Rednerin und frisch examinierte Krankenpflegerin Diana Kosse zeigte sich anschließend ähnlich begeistert: „Ich bin Fan meines Jobs!“

Ein Job gerät in Verruf

Ein Job, der immer stärker in Verruf gerät. Wie Kosse und Landmann zeigen, jedoch nicht, weil Pfleger ihren Beruf nicht mit Leidenschaft ausüben. Stattdessen stoßen engagierte Pfleger wegen bedenklicher Arbeitsbedingungen und aufgrund von Personalmangel schlichtweg an ihre Grenzen. „Jens Spahn und Karl-Josef Laumann sind gefragt. Die Politik hat 15 Jahr geschlafen. Es wird Zeit, die Arbeitsumstände endlich an den demographischen Wandel anzupassen“, richtete Jonas Hylla, der sich im „Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe“ (DBfK) speziell für junge Pfleger stark macht, seine Nachricht an die Gesundheitsminister in Düsseldorf und Berlin.

Den „Walk of Care“ wollen er und seine Kollegen aus der Pflege in Aachen etablieren und die Kundgebung, die ursprünglich in Berlin entstand, möglichst irgendwann bundesweit abhalten. Großstädte wie Hamburg und Stuttgart nahmen in diesem Jahr bereits teil und auch dort wurde unter dem Motto „1min. care“ genau wie in Aachen zum Abschluss eine Minute lang geklatscht. Geklatscht für die Pflege der Pflege, oder wie es auf dem Markt hieß: „Care for Care!“

Denn ein Argument hörte man auf dem Markt immer wieder: Pflege geht alle etwas an, denn man wisse nie, wann man selbst auf professionelle Pflege angewiesen sei. „In einer solchen Situation wollen wir doch alle gut gepflegt werden und nicht auf überlasteten Stationen liegen“, formulierte es Landmann. 120 demonstrierende Pfleger symbolisierten diesen Kampf für eine „gute Pflege“ in Aachen. Es liege an der Politik, den Kampf zu belohnen und die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Mehr von Aachener Zeitung