Radnacht in Aachen: Laut und bunt radeln sie durch die Stadt

Radnacht in Aachen : Laut und bunt radeln sie durch die Stadt

Bunt, laut, kreativ und auf zwei Rädern waren sie quer durch Aachen unterwegs: Die 200 Teilnehmer der Radnacht, zu der der ADFC und der Radentscheid Aachen eingeladen hatten.

Die wie ein Polizeilicht blau blinkende Lampe ragt aus der Menge hervor: Der Maschinenbaustudent Vincent von Zitzewitz hat seinem Erfindergeist freien Lauf gelassen und einen Helm mit Licht entwickelt, der ihn schon von weitem in der Menge sichtbar macht.

Rund 200 Radfahrer folgten am Freitag der Einladung von ADFC Aachen und Radentscheid Aachen zur großen Radnacht und fuhren unter dem Geleit der Polizei kreuz und quer durch Aachen, um so für eine lebenswerte Stadt zu werben. Die Organisatoren rund um Steffen van Bergerem sorgten für Musik, die Radler ihrerseits für bunte Lichter, Kostüme und gute Laune unterwegs.

Ursula von Katte schwört schon seit geraumer Zeit aufs Fahrrad als Transportmittel. Sie hat sich ein weißes Lastenrad zugelegt, dass nicht nur heute mit seinen bunten Lichtern ein echter Hingucker ist. „Ich fahre bei jedem Wetter und erledige alles mit dem Rad“, sagt sie.

Dass die Wahl dabei auf ein Lastenfahrrad gefallen ist, sei eine wohlüberlegte Entscheidung gewesen. „Da bringe ich auch meine Einkäufe problemlos unter“, sagt sie. Und mit dem Rad komme sie in Aachen schließlich schneller voran als mit dem Auto und auch die lästige Parkplatzsuche falle weg.

Gemeinsam mit allen anderen Radlern wirbt sie bei der Radnacht dafür, dass Aachen fahrradfreundlicher wird. „Dabei hat sich schon einiges getan“, meinen Daniela Menzerath aus Laurensberg und ihre zwei Begleiter. Die drei haben sich mit reflektierenden Brustreifen ausgestattet und schwören auf ihre zum Teil noch nagelneuen E-Bikes.

Alle drei sind der Meinung, dass man Dank neu eingerichteter Radstreifen inzwischen schon ganz gut fahren kann in Aachen. Und ebenso wie alle anderen sind sie heute gekommen, um ein bisschen Spaß zu haben. Der ein oder andere hat sich dazu richtig Gedanken gemacht.

Ulrich Koßmann beispielsweise hat sich in eine radelnde Discokugel verwandelt. Sein Helm besteht aus unzähligen kleinen Spiegeln, und damit wirklich alles fein glitzert, hat er selbst auch noch für die passende Beleuchtung gesorgt: Ein Strahler Marke Eigenbau setzt ihn von hoch oben ins rechte Licht. Nach und nach trudeln die Radler am Elisenbrunnen ein, bevor es dann den offiziellen Startschuss gibt. Dazu ertönen Hunderte von Klingeln auf einmal, und nach und nach setzt sich der Pulk Richtung Theaterstraße in Bewegung.

Die rund 16 Kilometer lange Route führt sie vom Elisenbrunnen über die Theaterstraße ins Frankenberger Viertel. Von dort geht es weiter zum Europaplatz, Hansemannplatz und Hauptbahnhof, über die Südstraße zum Grabenring, am Bushof vorbei durchs Pontviertel und über die Lochnerstraße in den Westpark. Und über die Vaalser Straße und Jakobstraße geht es schließlich zum Markt, wo die Tour gegen 22 Uhr endet.

Steffen van Bergerem ist mehr als zufrieden, als die Radler nach und nach am Marktplatz eintreffen. „Es hat alles super geklappt“, sagt er im Anschluss. Schon im vergangenen Jahr war die Idee so gut angekommen, dass van Bergerem deshalb in diesem Jahr eine Neuauflage der Radnacht organisiert hat – gemeinsam mit ADFC Aachen und Radentscheid Aachen. Und ganz offensichtlich ist die Idee auch in diesem Jahr wieder gut angekommen.