Aachen: Laufend im Einsatz für die Freiheit der Medien

Aachen: Laufend im Einsatz für die Freiheit der Medien

„Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ So steht es in Paragraph 19 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ geschrieben.

Doch leider ist die Durchsetzung dieser Verordnung in vielen Ländern nicht gewährleistet. Bestes und aktuellstes Beispiel ist die Türkei. Journalisten und Medienmitarbeiter werden aufgrund ihrer Berichterstattung inhaftiert.

In Joggingschuhen unterwegs für die Pressefreiheit: 250 Läuferinnen und Läufer jeden Alters gingen am Campus an den Start mit einer politischen Botschaft, die vor jedem Start per Banner (kleines Foto) kundgetan wurde. Foto: Ralf Roeger

Für Amnesty International ein nicht hinnehmbarer Zustand. Gemeinsam mit dem Verein „Aachen hat Ausdauer“ organisierten sie am Sonntag den Benefizlauf „Campusrun“ für Menschenrechte. Auf dem Campus Melaten zwischen dem Campus Boulevard und der Steinbachstraße gingen deshalb insgesamt 250 Läufer an den Start, um auf die Situation in der Türkei aufmerksam zu machen.

„Fast jeden Tag erfährt man in den Nachrichten von neuen Inhaftierungen in der Türkei. Menschenrechtsaktivisten und Medienvertreter werden aufgrund ihrer Tätigkeit eingesperrt. Wir möchten mit dem Lauf ein Zeichen setzen, dass uns das Thema auch hier in Deutschland etwas angeht, denn Artikel 19 der Menschenrechte gilt überall auf der Welt“, so Sabine Leßmann von Amnesty International.

Insbesondere die Schicksale des Schriftstellers Ahmet Altan, der Journalisten Kadri Gürsel, Deniz Yücel, Ahmet Sik sowie der Schriftstellerin Asli Erdogan sind in den Medien besonders präsent. „Mit der Anmeldegebühr der Teilnehmer finanzieren wir unsere Menschenrechtsarbeit. Wir schreiben beispielsweise Briefe an den türkischen Justizminister, um zu signalisieren, dass die menschenunwürdigen Vorgänge auch hier in Deutschland wahrgenommen und nicht toleriert werden“, erklärt Sabine Böhm-Gonzalez.

Beim Benefizlauf im letzten Jahr sind 280 Läufer an den Start gegangen und es sind gut 600 Euro zusammengekommen. Dieses Jahr haben die Organisatoren ähnlich viel an Spenden eingenommen.

Bevor die 5- und 10-Kilometer- Läufe sowie der Staffellauf starteten, hielten die Akteure ein gelbes Banner mit der Aufschrift „Journalism is not a crime“ (Journalismus ist kein Verbrechen) hoch. Hier hatte die politische Botschaft ausnahmsweise mal die Nase vor dem sportlichen Erfolg vorne.

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