Forst: Latein ist alles andere als eine tote Sprache

Forst : Latein ist alles andere als eine tote Sprache

Dr. Canis Romanus, Canis Romanus und Canis Romanus Junior sind schon startklar. Genau wie das Schwein Porcus. Die vier kleinen Plastiktiere lateinischer Abstammung hat Alfred Wick in einer Reihe auf dem Tisch des Pfarrheims St. Katharina in Forst aufgestellt.

„Jetzt fehlen nur noch die Schülerinnen und Schüler, dann kann es losgehen“, sagt Wick. „Das sieht vielleicht etwas komisch aus, aber glauben Sie mir, das kommt gut an“, ergänzt er lachend. Und Wick weiß, wovon er spricht. Denn als Lehrer mit 40 Jahren Erfahrung im Schuldienst hat er genau geblickt, wie er Kinder und Jugendliche motivieren kann. Als Lehrer am Pius-Gymnasium für Deutsch, Englisch und Katholische Religionslehre hat er Jahrzehnte lang Unterrichtsstunden gefüllt. Sein persönliches Lieblingsfach war allerdings immer Latein und so war es nur eine Frage der Zeit, bis Wick auf die Idee kam, als Pensionär ehrenamtlich eine Latein-AG für Interessierte, die im zweiten bis vierten Jahr Latein lernen, anzubieten.

Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen. Was aber damit nicht zu Ende geht, sind seine Motivation und sein Ehrgeiz, gepaart mit einer großen Portion Humor und Leidenschaft für das, was er tut und wie er es tut. Und die Latein-AG bestreitet er eben mit quietschenden Gummitieren, die er schon als Lehrer im Unterricht dabei hatte.

Eine reine Spaßveranstaltung ist das Ganze aber nicht, wie Wick betont: „Die Latein-AG biete ich aus fachlichen, sozialen und persönlichen Gründen an. Nach den Sommerferien treffen wir uns regelmäßig montags von 17.30 Uhr bis 19 Uhr im Pfarrheim. Die lateinische Sprache baut sich systematisch auf, aber dafür muss man das Fundament beherrschen. Viele Schüler stehen irgendwann vor einem Berg an Aufgaben, sie müssen Zusammenhänge erkennen und Regeln beachten. Hinzukommt, dass sich in den letzten zehn Jahren das Schulleben vor allem durch die Digitalisierung verändert hat. Persönlich möchte ich den Kindern und Jugendlichen zudem zeigen, was sie in Latein erreichen können.“

Die Teilnahme an der AG ist kostenfrei. Wick ist sicher, dass die Kinder durch Erfolgserlebnisse in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden. Auch das Lernen in Gruppen hält er für sinnvoll, da dort alle voneinander profitieren. „Latein hilft auch im späteren Leben weiter, denn es ist eine logische Sprache und schult das logische Denken. Vor allem lateinische Sprichwörter sind zeitlos“, ergänzt Wick. Dass er seine AG kostenfrei anbieten kann, hat er auch dem Hausherrn des Pfarrwhauses, Hubert Leuchter zu verdanken, den er schnell von seiner Idee überzeugen konnte.

(svp)