Aachen: „Last Day of Summer“: Ein Open-Air-Festival bittet zum Regentanz

Aachen: „Last Day of Summer“: Ein Open-Air-Festival bittet zum Regentanz

Manchmal hat man Glück und manchmal hat man Pech. So lässt sich zusammenfassen, was Lars Templin, Geschäftsführer des Musikbunkers, zum diesjährigen Open-Air-Festival „Last Day of Summer“ zu sagen hat. Letztes Jahr war es rappelvoll im Kennedypark, rund 1200 Menschen kamen, um den Sommer zu verabschieden. Am Samstag, waren es zwischen 50 und 100 — im strömenden Regen.

Das Line-Up für das Festival war erstklassig, daran hat es nicht gelegen. Aachener Bands und international bekannte Künstler tummelten sich auf der Bühne im Kennedypark. Die „TUF-Band“ eröffnete das Festival. Die Aachener Band spielt bekannte Welthits, wie etwa Amy Winehouse‘ „Rehab“ oder „Valerie“, verfremdet sie aber so sehr, dass aus eigentlich Bekanntem etwas völlig Neues wird. Und wer kann schon „Rehab“ in einer Reggae-Version widerstehen?

Tanzbares Programm

Die Band nahm die Situation, wenig Publikum und Dauerregen, gelassen: „Super Stimmung im Kennedypark“, lobte die Band das Publikum, „aber wenn du die Sektflasche da im Regen stehen lässt, ist sie gleich wieder voll.“ Warum als Ort gerade der Kennedypark, der besonders unter einer negativen Presse zu leiden hat? „Der Park ist einfach groß genug für ein solches Festival“, antwortet Templin. „Und eigentlich ist das auch ein nettes Viertel.“

Die Stadt habe vorgeschlagen, den Park als Aufführungsort zu nutzen. „Wir wollen alle Menschen erreichen, die Spaß an solcher Musik haben“, erklärt Templin. „Wir bieten ein musikalisch interessantes, tanzbares Programm, wir wollen nicht immer die selben alten Hasen aus dem Hut zaubern.“

Das ist gelungen. Rund ein halbes Jahr Vorlaufzeit benötigte das Festival, die Suche nach den Künstlern und das Finden eines Termins sind dabei die ersten Schritte. In diesem Jahr hat man sich auf Reggae und Dancehall konzentriert.

Nicht vom Regen abhalten ließ sich Jenny Hermanns. Mit einem bunten Regenschirm in der Hand tanzt sie zum Rhythmus von Amy Winehouse. „Ich bin wegen der guten Stimmung und der guten Musik gekommen“, verrät sie. So geht es wohl den meisten, die trotz des schlechten Wetters gekommen sind. Ist es in diesem Jahr eben kein Fest des Sommers, sondern ein Regentanz.

Neben TUF stand auch das Small Axe Soundsystem auf der Bühne, die ebenfalls mit Reggae-Musik überzeugen konnten. Die international auftretende Gruppe hat ihre Wurzeln ebenfalls in Aachen. Danham Smith und Treesha Moore begeisterten ebenfalls mit schmissigen Reggae-Rhythmen.

Highlight des Festivals war in diesem Jahr aber MC Stunnah und DJ Void. Die zu den wirklich großen und wichtigen Figuren der derzeitigen Dancehall-Szene zählenden Musikern heizten mit kräftigen Beats und deutlichem Bass kräftig ein — auch wenn es ziemlich nass ist.

Mehr von Aachener Zeitung