Aachen: „Lange Nacht der Museen” feiert ihr zehntes Jubiläum

Aachen: „Lange Nacht der Museen” feiert ihr zehntes Jubiläum

Eigentlich sollte Rick Takvorian mehr als zufrieden sein. Was heute ganz selbstverständlich ins kaiserstädtische Kulturbild gehört, war vor zehn Jahren nicht mehr als ein blasses Experiment.

Nicht nur, dass sich die „Lange Nacht der Museen” seitdem etabliert hat - seit vier Jahren steigen die Besucherzahlen immer weiter. Und trotzdem wurmt den Leiter des Veranstaltungsmanagements eine „Kleinigkeit”: 5000 Besucher.

Die wären nämlich ein Rekord, und den glaubte Takvorian schon im vergangenen Jahr erreicht zu haben. „Da waren es aber nur 4300”, verkündet Mitveranstalter Richard Mariaux.

Im Jubiläumsjahr soll´s deshalb endlich klappen mit der magischen Fünf-Mille-Grenze beim ohnehin garantierten Massenansturm auf die Muse(e)ntempel. An Gründen für eine Museumstour per Shuttle-Bus mangelt es jedenfalls nicht.

Wenn sich am Samstag, 29. August, ab 18 Uhr nach und nach die Pforten öffnen, gibt es Ausstellungen, Führungen, Aufführungen. „Train Stories” heißt eine musikalischen Lesung mit Richie Arndt und seiner Blues-Band „Bluenatics”, die passenderweise den Hauptbahnhof unter kulturellen Zugzwang setzt - so wie das Projekt „Trans Euregio Express/Art Stations”, das an selber Stelle dafür sorgen will, dass die Mischung aus Bildender Kunst, Ton-, Fotografie- und Performance-Darbietung nicht entgleist.

Busse werden „bespielt”

Auf der Route der Aseag-Shuttle-Busse, die von 20 bis 1.45 Uhr rollen und von Bettina Scheuritzel und Malcolm Kemp selbst theatralisch bespielt werden, befindet sich neuerdings auch das CHIO-Museum mit seiner Ausstellung über 100 Jahre Stadtgeschichte aus Pferdesportperspektive sowie die Bleiberger Fabrik mit einer Ausstellung „europäischer Ideen”.

Aber es geht um weit mehr als um Europa: Nicht weniger als eine „World Party” soll die Jubiläumsnacht werden. „Ich bin ein Mottomensch”, erklärt Takvorian. „Wir haben etwas Rundes geschaffen, und der Kreis schließt sich im zehnten Jahr.” So dreht sich die Kulturwelt in der Kaiserstadt auch um das „Global Sampling Ritual” mit Andreas Molino und Weltklasse-Percussionist Nippy Noya im Ludwig Forum, Tango im Couven- und Flamenco im Suermondt-Ludwig-Museum. Beim traditionelle „Midnight Special” im Ludwig Forum vereint Guo Yue chinesische Percussion mit Flötenmusik und Multimedia-Performance.

„Früher wurde unser Experiment als Hochmut empfunden”, blickt Takvorian aufs erste Jahr zurück, als die Karten noch 15 Mark gekostet haben und der Schwulenchor „Warme Wellen” im Suermondt-Ludwig-Forum amüsierte. Ob die „Lange Nacht” genug Fans findet, ist schon lange nicht mehr die Frage. Es geht nur noch darum: Kommen zum ersten Mal 5000?

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