Aachen: Landesschülerwettbewerb Alte Sprachen: Sieger in Aachen geehrt

Aachen: Landesschülerwettbewerb Alte Sprachen: Sieger in Aachen geehrt

Wohl keine andere Stadt eigne sich besser als Austragungsort für einen Landesschülerwettbewerb in den sogenannten Alten Sprachen als Aachen. Gebaut auf römischen Mauern sei sie heute die Stadt des Wissens und der Wissenschaft.

Das betonte der Leiter des Fachbereichs „Kinder, Jugend und Schule“ Heinrich Brötz in seinem Grußwort an die Preisträgerinnen und Preisträger des Landesschülerwettbewerbs Alte Sprachen NRW „Certamen Carolinum“ bei einem Empfang im Weißen Saal des Aachener Rathauses.

Zum 31. Mal fand das Finale dieses Landesschülerwettbewerbs im Kaiser-Karls-Gymnasium statt. Die achte Finalistinnen und Finalisten aus ganz NRW seien Brückenbauer zwischen Antike und Gegenwart, hätten sie sich doch in drei Wettbewerbsrunden entweder im Fach Latein oder Griechisch auf höchstem Niveau ausgehend von antiken Texten mit aktuellen Fragestellungen wissenschaftlich auseinandergesetzt und somit einen wertvollen Beitrag zum aktuellen Diskurs geleistet.

Besonders gelungen ist dieser Brückenschlag der gerade erst 16 Jahre alt gewordenen Ceylan Karada vom Lise-Meitner-Gymnasium in Willich. Für ihren Vortrag „Marcus Tullius Cicero — ein begnadeter Selbstdarsteller der Antike und ein Vorbild für heute?“, in dem sie sich mit der Präsidentschaftskandidatur Donald Trumps kontrastierend auseinandersetzte, wurde sie während eines Festaktes in der Aula Carolina von der Fachjury mit dem ersten Preis, der Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes, ausgezeichnet.

Außerdem wird die Schülerin, die bereits ein Schülerstudium im Fach Latein an der Universität in Köln absolviert, im kommenden Jahr das Land NRW beim internationalen Lateinwettbewerb „Certamen Ciceronianum“ in Arpino/Italien vertreten. Ebenfalls mit dem ersten Preis wurde Henrik Siegler vom Albert-Martmöller-Gymnasium in Witten ausgezeichnet. Ausgehend vom lateinischen Autor Seneca und den Thesen Gustave Le Bons beschäftigte er sich mit dem Phänomen der Massenpsychologie und zeigte u.a. anhand der Terroranschläge von Paris die Folgen eines Massenverhaltens auf das Individuum auf.

Auch die weiteren Ausgezeichneten wurden für ihre anspruchsvollen Arbeiten gelobt. Den Preis der Stadt Aachen erhielt Antonia Lavinia Hinze vom Immanuel-Kant-Gymnasium in Bad Oeynhausen, die die Rolle der Frau in der antiken und heutigen Gesellschaft thematisierte.

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