Aachen: Ladies in Black: PTSV hofft auf kleine Karawane in Schwarz-Weiß-Grün

Aachen : Ladies in Black: PTSV hofft auf kleine Karawane in Schwarz-Weiß-Grün

Der wohl erfolgreichste Sportverein der letzten Jahre in unserer Stadt steht im Grunde vor einem Dilemma: je größer der sportliche Erfolg, desto höher die wirtschaftliche Belastung. Aber davon will sich der PTSV die Vorfreude auf das Halbfinalspiel um die deutsche Volleyballmeisterschaft nicht trüben lassen.

Auch wenn die Verantwortlichen — hier exakt die der Spielbetriebs GmbH — vor einer vergleichbar schweren Aufgabe stehen wie die Spielerinnen der „Ladies in Black“ gegen die Favoritinnen des MTV Stuttgart. Am Samstag fliegt um 18 Uhr der erste Ball in der Steengoed Arena in Maaseik übers Netz. Und je mehr Öcher den Weg in die Halle finden, umso größer die Aussichten auf sportlichen Erfolg und eine Minimierung des Zuschussgeschäftes.

Langsam haben sich die Frauen und Männer des PTSV zwangsläufig an diese eigenartige Konstellation gewöhnt und verfahren auch für Samstag nach der Devise „machen statt klagen“. Die Aachener Halle hat bekanntlich keine Zulassung für Play Off-Partien. Und so werden schon am morgigen Freitag nicht nur die Spielerinnen in die Halle des befreundeten Vereins Nolika fahren, um zu trainieren. Auch die große Schar der treuen Ehrenamtler des Team Volley ist vor Ort, um aus der Gastgeberhalle in Belgien für Samstag eine Heimspielhalle zu machen.

2500 Zuschauer fasst die Halle, aus Stuttgart hat sich nach Informationen von Ladies-Geschäftsführer Bastian Heckert ein Fan-Bus angesagt. So scheint das aus Aachener Sicht ausgegebene Ziel „2000 nach Maaseik“ nicht utopisch. „Es gibt einen Gästeblock, eine VIP-Tribüne und einen großen Aachener Fanblock. Und der soll in den PTSV-Farben Schwarz-Weiß-Grün leuchten“, hofft der Geschäftsführer. Zu diesem Zweck hat am Donnerstag auf der Geschäftsstelle am Eulersweg 15 der Ticketvorverkauf von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

„Es gibt bereits ermäßigte Karten für neun Euro, der normale Sitzplatz kostet zwölf, der VIP-Platz inklusive Essen und Getränken in der Lounge 59 Euro“, schildert Dieter Ostlender, Leiter Marketing und Sponsoring bei den Ladies. Er will damit auch dem Eindruck entgegensteuern, dass die Play Offs für die Zuschauer eine teure Geschichte werden. Und mit dem Ticket könne man gleichzeitig einen Platz in einem der Busse buchen (fünf Euro), die am Samstag ab 15.30 Uhr am Parkplatz Auf der Hüls aufbrechen.

Auch Kurzentschlossene brauchen den Weg zu den belgischen Nachbarn nicht zu scheuen. Es wird nicht nur kostenfreie Plätze vor den Halle für die Pkw, sondern auch kostenpflichtige Plätze für die Volleyball-Fans in der Halle geben. „Und selbst wenn man ganz gemütlich fährt, braucht man höchsten 40 Minuten für die Strecke“, verspricht er.

Es lohnt sich, deutlich vor dem Anpfiff in der Halle zu sein. Nicht nur um sich ein wirklich volleyball-taugliches Ambiente anzusehen oder den speziellen Play Off-Schal zu kaufen, sondern auch um den Talk von Hallensprecher André Schnitker mitzubekommen, der mit Ladies-Sportdirektor Sebastian Gutgesell über Reiz und Herausforderungen des professionellen Volleyballs spricht.

Auch wenn Dieter Ostlender von einem kurzfristigen finanziellen und organisatorischen Kraftakt spricht, verschweigt er nicht, dass die Play Offs langfristig die Marke „Ladies in Black“ aufwerten und eine sinnvolle Investition sind. Nach dem Matchball wird den Spielerinnen der Applaus sicher sein. Ganz gleich, ob sie nach der Hinspielniederlage ein Entscheidungsspiel erzwingen oder nicht. Auf die Überreichung der Bronzemedaille für den Dritten der deutschen Meisterschaft können am Samstagabend alle verzichten. Denn die ginge dann an die Aachenerinnen...