„L‘Osteria“ und „The Ash“ kommen nach Aachen

Aachen : Auf das Großfeuer folgen Großrestaurants

Um Kohle geht es in vielerlei Hinsicht. Auf dem Gelände der 2015 abgebrannten Poco-Hallen zwischen Gut-Dämme-Straße, Prager Ring und Grünem Weg wird bald gegrillt — im ganz großen Stil. Auf knapp 7500 Quadratmetern stampfen zwei Gastro-Ketten des Mutterkonzerns „apeiron restaurant & retail management“ von „Vapiano“-Mitbegründer Kent Hahne zwei Großrestaurants aus dem Boden.

Millionen Euro werden investiert: „L‘Osteria“ bietet Pizza, Pasta und Co, das Steakhaus „The Ash“ will bestenfalls schon im dritten Quartal dieses Jahres beste amerikanische Fleischkost an den Mann und die Frau bringen. Die Großrestaurants werden unweit des Tivoli direkt nebeneinander platziert. Die Tiefbauarbeiten sind gerade angelaufen. Alles soll so schnell wie möglich realisiert werden.

Es wird schon geschaufelt: Für zwei Großrestaurants baggern Bauarbeiter im Schatten der Gasballons, Grüner Weg, Raum für die Fundamente frei.

Sowohl „L‘Osteria“ als auch „The Ash“ verfolgen seit Jahren einen steilen Expansionskurs. Neben Standorten in Köln, Troisdorf, Oberhausen, Düsseldorf und Bochum folgen nun Dependancen in Dortmund, Bochum und Aachen. Bis zu 60 Mitarbeiter zählt solch ein Großrestaurant mit jeweils Hunderten Sitzplätzen innen wie außen. Das Konzept von „The Ash“ führt den Gast zurück in die Zeit der Prohibition der amerikanischen 20er Jahre. Das Design folgt dem populären Retro-Stil. „Hier werden Essen und Trinken als gemeinschaftliches Erlebnis zelebriert“, teilt das Unternehmen mit. Chicken Wings, Caesar Salad, Burger und Steak-Varianten bis zum 1,1 Kilogramm schweren Tomahawk-Steak stehen auf der Karte. Gründer Hahne nennt das gerne „die Königsklasse“ der Gastronomie, weil seine Preise sich keineswegs an Schnellrestaurant-Niveau, sondern eher an anspruchsvoll gehobener Küche orientieren. Angeblich beträgt der „Durchschnittsbon“ — also die Durchschnittsverzehrrechnung pro Person — stattliche 32 Euro.

In Nürnberg eröffnete im Jahr 1999 die erste „L’Osteria“. Der Erfolg des „netten Italieners von nebenan“, beziehungsweise der „besten Pizza & Pasta d’amore“ sowie dem für „L’Osteria“ typischen, quirlig-fröhlichen Ambiente bestärkte die Gründer, Friedemann Findeis und Klaus Rader, das Konzept weiter zu verbreiten. Es folgten Standorte in Rosenheim, Regensburg und München. 2002 eröffnete dann in Augsburg der erste „Freestander“: ein eigens für „L‘Osteria“ entworfenes, frei stehendes Gebäude mit offener Küche, hohen Fensterfronten und einem Gastraum, der abends von Designerlampen ins Licht gesetzt wird.

Auch hier ist Gastro-Experte Hahne inzwischen übergeordnet mit seinem Mutterkonzern mit im Spiel. Der erste Franchisenehmer ging 2009 an den Start. Aktuell gibt es L‘Osteria an 89 Standorten verteilt auf Deutschland, Österreich, die Schweiz, England und die Niederlande. Bis 2021 sollen es insgesamt über 200 Restaurants werden. Für Aachen wird händeringend Personal gesucht — vom „General Manager“ bis zum Azubi.

Exakt 7280 Quadratmeter haben die Gastro-Ketten von der Aachener Landmarken AG für ihre kulinarischen Ideen erworben. Insgesamt misst das Karree — auf dem mittlerweile auch die alte Soccerworld abgerissen wurde — 20.000 Quadratmeter.

Anfang Juni 2015 hatte ein 43-Jähriger den damaligen Poco-Markt in Brand gesetzt. Der Brandstifter hatte zuvor versucht, den Möbel-Discounter zu erpressen — und eine Filiale in Köln angezündet. Der Täter wurde wenige Tage später von der Polizei gefasst und im November 2015 vom Kölner Landgericht zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Er bleibt der Einzige, der im Zusammenhang mit dem Areal niemals „Kohle“ gesehen hat.

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