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Kurz nach der Sprengung in Richterich fand die Polizei die Täter

Fahndung nach Geldautomatensprengern : Eine Datenbank für Glassplitter unterstützt die Ermittler

Die Explosion ereignete sich an einem Bankautomaten am frühen Freitagmorgen gegen 3.50 Uhr in Aachen-Richterich. Die Geschichte endet um 5 Uhr in einem Schuppen im Gewerbegebiet Haefland in Brunssum. Vorerst. Seitdem sitzen fünf Männer in U-Haft, die Ermittlungen laufen weiter. In den Niederlanden wurden auch am Wochenende Häuser durchsucht.

Die schnelle Verhaftung gilt als Erfolg im Kampf gegen die internationale Kriminalität. Aart Garssen, Polizeichef in den Ostniederlanden, lobte die Zusammenarbeit mit der deutschen Polizei. „Damit zeigen wir, dass wir als niederländische Polizei gemeinsam mit der deutschen Polizei eine Phalanx gegen das organisierte Verbrechen bilden.“ Der 55-Jährige sprach von einer besorgniserregenden Entwicklung bei den Raubzügen: „Die Täter verwenden zunehmend schweren Sprengstoff, um die Geldautomaten aufzusprengen. Die Gefahr von Schäden für Menschen und an Gebäuden wird größer.“

Die deutsche Polizei hatte nur wenige Minuten nach der Explosion in Aachen die Kollegen im Nachbarland informiert, wohin die Täter erwartungsgemäß flohen. Die Fahnder verfolgten sie mit mehreren Hubschraubern. Bei den Verhafteten handelt es sich um einen 34-jährigen und einen 30-jährigen Mann aus Amsterdam, einen 24-Jährigen aus Utrecht, einen 37-Jährigen aus Diemen und einen 28-jährigen Mann aus Amersfoort.

Untersucht wird, ob die Verdächtigen zur berüchtigten „Audi-Gruppe“ gehören. Dahinter versteckt sich eine Bande von etwa 250 bis 300 Kriminellen, die immer wieder in Deutschland Geldautomaten sprengen und nach wenigen Minuten wieder mit einem Audi in den Niederlanden untertauchen. Medien berichten, dass bei dem Zugriff am frühen Freitag in Brunssum neben einem grauen Audi auch eine große Menge Geld auf dem Boden gefunden und sichergestellt wurde.

Im Aachener Grenzgebiet waren seit Jahresbeginn sieben Geldautomaten gesprengt worden. Teilweise entstand ein beträchtlicher Schaden an den Gebäuden. Bei der Explosion in Aachen am Freitag hätte es noch ein größeres Unglück geben können, direkt über dem Bankautomaten befinden sich Schlafräume.

Die Fahnder in Deutschland und den Niederlanden überprüfen derzeit, ob die Täter für die Sprengungen der Geldautomaten in der Aachener Innenstadt am Pontdriesch und in Landgraaf in dieser Woche zuständig sind. Die Recherche erfolgt mit Datenbanken von Glassplittern. Die weisen nach den Sprengungen einzigartige Merkmale wie ein Fingerabdruck auf, sagt ein Ermittler. Im sichergestellten Fahrzeug werden nun Glassplitter von den jüngsten Tatorten gesucht.

Fast zeitgleich zu dem schweren Diebstahl in Aachen versuchten bislang Unbekannte auch einen Geldautomaten in Hückeswagen im Oberbergischen Kreis zu sprengen. Auch hier leiteten sie Gas in den Automaten. Dabei kam es dann zu einer Verpuffung und einem Schwelbrand. Anwohner registrierten die starke Rauchentwicklung und alarmierten die Feuerwehr. Die Täter flüchteten ohne Beute in unbekannte Richtung.