Kurpark Classix in Aachen gehen mit ausverkauftem Popkonzert zu Ende

Trotz ausverkauftem Schlusskonzert : Kurpark Classix-Veranstalter mit gemischtem Fazit

Mit einem ausverkauften Pop-Konzert setzten 8000 Konzertbesucher zum Abschluss der diesjährigen KurparkClassix am Montagabend einen versöhnlichen Schlusspunkt unter die viertägige Konzertreihe. „Sie wird sicher nicht als die schlechteste in die Geschichte eingehen“, resümiert Veranstalter Christian Mourad. Restlos zufrieden zeigt er sich dennoch nicht.

Denn ausgerechnet die klassischen Konzerte, die dem Open-Air-Festival an der Monheims­allee den Stempel aufdrücken, bereiten den Machern der Reihe Kopfzerbrechen. „Wir werden uns ein paar Gedanken machen müssen“, sagt Mourad, der sich im gleichen Atemzug allerdings auch überzeugt zeigt, die „rückläufige Entwicklung bei den klassischen Konzerten“ aufhalten und ändern zu können.

1800 Besucher beim Opernabend, 1200 beim Kinderkonzert, 1400 bei der Last Night – das sind für Mourad nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht ernüchternde Zahlen. „Ich finde es schade, dass nicht mehr Zuschauer kommen“, sagt der Mann, dem gute Laune und Optimismus eigentlich ins Gesicht geschrieben sind.

Begeistert schwärmt er von den „tollen und entspannten Klassik­abenden“ und der „Topleistung des Sinfonieorchesters“. Dass die Zahlen im Vergleich zu früheren Jahren so einbrechen, will er nicht akzeptieren. „Wir wollen Erfolg haben.“

Daher will er sich alsbald mit Generalmusikdirektor Christopher Ward und weiteren Theaterverantwortlichen zusammensetzen, um an der richtigen Gegenstrategie zu arbeiten. Muss die Werbung verstärkt werden? Braucht es ein anderes Programm? Bekanntere Namen? Das sind die Fragen, auf die Antworten gefunden werden sollen. Klar aber ist: Die Klassik und das Sinfonieorchester sollen auch zukünftig Hauptbestandteil der Kurpark-Classix bleiben.

Mark Forster setzte den Schlusspunkt bei den Kurpark Classix 2019 und sorgte für ein ausverkauftes Konzert. Foto: ZVA/Andreas Steindl

Weitaus zugkräftiger sind aber auch hier längst die Crossover- und Pop-Konzerte. Katie Melua zog am Sonntag rund 4000 Menschen an, Mark Forster am Montag doppelt so viele. „Das hilft“, sagt Mourad, der mit diesen Einnahmen – neben der Unterstützung durch Sponsoren – die hohen Kosten für Bühne, Bestuhlung und Technik im Kurpark auffangen kann. „Aber es wäre schön, die Risiken duch mehr Besucher bei den Klassikkonzerten weiter abmildern zu können. Dass sich die unterschiedlichen Angebote gegenseitig das Wasser abgraben, glaubt Mourad nicht. „Wir sprechen damit völlig unterschiedliche Zielgruppen an“, ist er überzeugt: Niemand besuche eine Konzert mit Mark Forster und verzichte dafür auf einen Opernabend. Das breite Programmspektrum will er daher auch im nächsten Jahr beibehalten.

Am 28. August 2020 beginnen die nächsten Kurpark-Classix, die dann hoffentlich auch wieder mehr Klassikfreunde in den Kurpark locken. Auf Tuchfühlung ist Mourad auch schon mit jenen Künstlern gegangen, die er sich im Zusammenspiel mit Aachens Sinfonikern gut vorstellen kann. Zusagen stehen noch aus. Ende Oktober, so hofft Mourad, kann er die Namen für 2020 bekanntgeben und den Vorverkauf starten.

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