Aachen: Kuriose Einsätze der Aachener Polizei: Von Antänzern und Scherzkeksen

Aachen : Kuriose Einsätze der Aachener Polizei: Von Antänzern und Scherzkeksen

Wenn Streifenbeamte aus dem Nähkästchen plaudern, fördern sie bekanntlich nicht selten stichhaltige Stoffe aus der Abteilung „kriminell bis kurios-dümmlich“ zutage — diesmal dokumentiert in zwei einschlägigen „Anekdoten“ aus den Protokollen der Presseabteilung im Präsidium.

Aufforderung zum seltsamen Tänzchen, die Erste: Wegen eines mutmaßlichen Diebstahls waren die Gesetzeshüter jüngst in einer Disco in der Pontstraße vorstellig geworden. Diesmal stellte sich heraus, dass es sich bei den beiden Hauptbeteiligten womöglich gleichermaßen um Opfer und Täter handelte. Der eine nämlich bezichtigte den anderen, er habe ihm auf der Tanzfläche sein Handy gestohlen. Als er den ihm unbekannten „Antänzer“ zur Rede stellte, wies der den Vorwurf vehement zurück. Der Geschädigte „revanchierte“ sich prompt, indem er dem Widersacher dessen Portemonnaie aus der Tasche zog — offenbar als eine Art Pfand, wie er zunächst gegenüber dem Sicherheitsdienst der Disco betonte, mit der dringenden Bitte, die Polizei zu rufen.

Als die zwecks Klärung des Sachverhalts eintraf, rückten beide Herren flugs ihre jeweilige Beute heraus. Nachdem ihre Personalien festgestellt waren — und der rechtmäßige Handybesitzer sich bereits verabschiedet hatte — fiel dem mutmaßlichen Langfinger auf, dass in seiner Börse plötzlich 100 Euro fehlten. So jedenfalls seine Aussage. Die Ermittlungen laufen . . .

Noch in derselben Nacht wurden die Ordnungshüter — fatales Tänzchen, die Zweite — von Anwohnern der Prämienstraße in Walheim auf einen höchst alarmierenden Zwischenfall aufmerksam gemacht. Die Zeugen schilderten, dass ein Mann mit nacktem Oberkörper und Sturmhaube unmittelbar vor einem Geldinstitut eine Frau attackiert und sie festgehalten habe, während ein zweiter Mann auf dem Boden liege. Auch eine Schusswaffe sei im Spiel gewesen (welche, wie sich bald herausstellte, jedoch nicht ausfindig zu machen war).

Nachdem sämtliche Beteiligte den „Tatort“ gemeinsam per Pkw verlassen hatten, wurden sie unweit des Geschehens von einem großen Polizeiaufgebot gestellt — selbstverständlich unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen und nicht ohne die klassische Aufforderung „Hände hoch!“. Alle Drei versicherten daraufhin, sie hätten sich lediglich zu einem nächtlichen, durchaus einvernehmlichen „Rollenspiel“ hinreißen lassen. Was die Ordnungshüter dem Vernehmen nach weniger hinreißend fanden. Dem Trio stehen deshalb nun Bußgelder und Schadensersatzforderungen ins Haus — ganz real, versteht sich.

(red/pol)
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