Aachen: Kunstvoller Baustein auf dem Weg zum neuen Hospiz

Aachen: Kunstvoller Baustein auf dem Weg zum neuen Hospiz

44.000 Euro — dieser Betrag stand am Ende der Benefiz-Kunstauktion für das neue „Hospiz im Itertal“ am Sonntagabend in der Aula Carolina. Über 40 Gemälde und Skulpturen haben einen neuen Besitzer gefunden. Mal für 9500 Euro, mal für 75 Euro oder irgendwo dazwischen. Am Ende zufriedene Gesichter überall.

Rund 100 Interessierte, davon 67 registrierte Bieter, waren gekommen, um sich neue Schätzchen für Wand und Vitrine zu sichern. Und das oft zu Preisen, die deutlich unter dem eigentlichen Wert lagen. 42 Künstler hatten ihre Werke gern gegeben, um in Aachen die Errichtung eines zweiten Hospizes zu ermöglichen. Und sie erleichterten den Käufern — für viele war es die erste Kunstauktion — die Entscheidung, in dem sie erlaubten, die Versteigerung bei einem Drittel des eigentlichen Wertes zu beginnen.

Des Künstlers einziger Lohn: eine Spendenquittung über den erzielten Preis. Der Erlös geht zu 100 Prozent in den Bau des neuen Hospizes, der zweiten Einrichtung in Aachen neben Haus Hörn. Trotzdem war die Bereitschaft der regionalen und überregionalen Künstler groß. „Am Ende mussten wir sogar einige Werke ablehnen“, berichtete Dr. Katja Stahl, bei der Hospizstiftung für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Nicht zu Unrecht konstatierte Ulla Schmidt, Vorsitzende des Kuratoriums der Hospizstiftung und frisch gebackene Vizepräsidentin des Bundestages, so auch zu Beginn der Auktion: „Die Hospizbewegung ist eine Bürgerbewegung.“ In Aachen seien die Möglichkeiten für ein schmerzfreies und würdevolles Sterben gut ausgebaut, stellte Professor Tim Brümmendorf, Leiter der Onkologie und Hämatologie des Uniklinikums Aachen, fest. „Ein zweites Hospiz ist aber das i-Tüpfelchen.“

Darauf arbeiteten alle Beteiligten des Abends hin. „Wir haben darauf geachtet, für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas dabei zu haben“, sagte Stahl. „So konnten wir auch Leute erreichen, die normalerweise nicht auf Kunstauktionen gehen.“ Eine bemalte Postkarte von der Hamburgerin Ute Kühn, die „Stadt Geschichten“ von Thomas Hieber von der Künstlergruppe „willsosein“ der Lebenshilfe Aachen und eine Collage des Science-Künstlers und Physikers Michael Hoch fanden so genauso ihre Abnehmer wie die Ziege von Wolfgang Binding, Antonio Máros „Pared“ oder die Studien zu „Angriff auf die Schwerkraft“ von Eric Peters. Das höchste Gebot erzielte Markus Prachenskys Papierarbeit aus der Serie „Senatus Consultum“: 9500 Euro.

Die Freude der beiden Auktionatoren, Weinhändler und Kuratoriumsmitglied, Boris Bongers und Galerist Andreas Petzold, war aber auch bei kleineren Summen groß. „Ein hospizgerechtes Zimmer kostet 25.000 Euro“, wurde Bongers nicht müde, den rund 100 Auktionsbesuchern vorzurechnen. Da helfen auch kleinere Beträge. In der Hospizstiftung sind alle vereint, die sich in Aachen im Bereich Palliativ engagieren.

Insgesamt sollen zwei Millionen Euro aus Spendenmitteln zusammen kommen, um die ehemalige Itertalklinik zum neuen Hospiz umzubauen. „Die Hälfte haben wir geschafft“, berichtete Stahl zufrieden. Und die ersten Bauarbeiten haben auch schon begonnen.