Museen in Aachen: Kunsthorte bündeln die Aktivitäten

Museen in Aachen : Kunsthorte bündeln die Aktivitäten

Die beiden großen Aachener Kunsthorte Ludwig Forum und Suermondt-Ludwig-Museum sollen enger zusammenrücken: Einstimmig hat der Kulturausschuss des Rates am Dienstag den Vorschlägen der Verwaltung zur Einrichtung eines neuen zentralen Geschäftsbereichs „Ludwig Museen“ innerhalb des Kulturbetriebs grünes Licht gegeben.

Bereits zum Beginn des kommenden Jahres soll eine neue Position im Kulturbetrieb geschaffen werden, um die Aktivitäten beider Häuser im Hinblick auf organisatorische Aufgaben wie Auftragsvergaben, Budgetkontrolle, Bestellwesen, aber auch Personalplanung und Aufbau eines Qualitätscontrollings effektiver zu steuern.

„Kein großer, aber doch ein pragmatischer Schritt zur Ertüchtigung der großen Museen“ – so kennzeichnete SPD-Ratsfrau Sibylle Reuß das Konzept, während Ausschussvorsitzende Margrethe Schmeer (CDU) betonte, eine „essenzielle Verbesserung“ bei der Koordination der Häuser sei durch die Maßnahme durchaus zu erwarten.

Ein Knackpunkt bleibt dabei allerdings weiterhin die Frage, wie die Öffentlichkeitsarbeit künftig möglichst „aus einem Guss“ erfolgen kann. Kulturdezernentin Susanne Schwier erklärte, es sei denkbar, mittelfristig wieder eine eigene Marketingabteilung bei den Museen anzusiedeln, wie sie bereits bei der Gründung des Kulturbetriebs als städtischer Eigenbetrieb 2006 für einige Zeit existierte. Vorerst allerdings setze man in Sachen PR auf eine „intensivere Zusammenarbeit“ mit der zuständigen Fachstelle im städtischen Pressebüro. „Gegebenenfalls werden wir in zwei bis drei Jahren neu entscheiden, ob eine eigene Marketingstelle für den Kulturbetrieb tatsächlich sinnvoll ist“, sagte Schwier am Mittwoch auf Nachfrage.

Auch die „inhaltliche Kooperation“ der beiden großen Museen soll durch die strukturellen Maßnahmen besser gebündelt werden, erklärte Schwier. Die federführende Koordinierung der Präsentationen könne alternierend im Lufo und im Suermondt-Ludwig-Museum erfolgen. Die seit langem diskutierten Pläne zur Installation einer neuen, übergeordneten „Intendanz“ sind damit indes vom Tisch. Beide Häuser sollen auch weiterhin durch je einen Direktor geführt werden. Folglich muss nun auch die Suche nach geeigneten Nachfolgern für Andras Beitin (Lufo) sowie Peter van den Brink (Suermondt-Ludwig-Museum) forciert werden.

Die Ausschreibung zur Neubesetzung des Chefsessels im Haus an der Jülicher Straße wurde im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung auf den Weg gebracht. Zudem soll eine zusätzliche halbe Stelle als „Vertretung der Leitung“ im Forum eingerichtet werden. Peter van den Brink soll dem Vernehmen nach mindestens bis Ende 2020 im Amt bleiben. Ob sein Vertrag darüber hinaus verlängert wird, bleibt vorerst unklar. „Dazu kann ich derzeit noch keine offizielle Aussage machen“, sagte Schwier unserer Zeitung am Mittwoch.

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