Aachen: Kunst- und Kulturzentrum: Karnevalswagen raus, Kreativität rein

Aachen: Kunst- und Kulturzentrum: Karnevalswagen raus, Kreativität rein

Richtig gute Stimmung hat bei der symbolischen „Fenstereröffnung” in der Talstraße geherrscht. Dort, wo jetzt schon die Offene Tür (OT) ist, soll nun in den Hallen des ehemaligen Straßenbahndepots eine neues Kunst- und Kulturzentrum entstehen.

Und kunstvoll ging es los. Denn als Auftakt gab es eine neue Graffiti-Gestaltung für das Eingangstor zum OT. Einige Streetartkünstler aus dem Atelierhaus arbeiteten den ganzen Tag an den beeindruckenden Bildern.

Die rund 7000 Quadratmeter sollen jetzt möglichst schnell so strukturiert werden, dass in den Hallen unter dem Titel „Kreativdepot” ein künstlerisches Angebot für Kinder und Jugendliche entstehen kann. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt” sollen hier kreatives Arbeiten und soziale Aufgaben vereint werden. „Es geht um die Nutzungsmischung”, sagte Dieter Begaß, Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung und Europäische Angelegenheiten der Stadt. „Wir wollen die bereits vorhandenen sozialen Strukturen mit der künstlerischen Arbeit verbinden.”

Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer ging auf die Notwendigkeit eines solchen Projekts in Aachen-Nord einging. „Uns ist es wichtig, die nahen Schulen und Kitas miteinzubeziehen”, sagte sie. „Ich merke, dass bei manchen Akteuren noch Skepsis vorhanden ist, aber bin mir sicher, dass das Angebot von den Jugendlichen gut angenommen wird.” Im „Kreativdepot” soll es nämlich nicht nur Raum für kreative Arbeit geben sondern auch die Möglichkeit, neue Kontakte mit Künstlern zu knüpfen, die bereits voll im Berufsleben stehen. So sollen den Kindern und Jugendlichen Zukunftsperspektiven vermittelt werden.

Voraussichtliche Nutzer werden neben der OT noch das Atelierhaus, das bereits bei der Eröffnung vertreten war, und die „Designmetropole” sein. Außerdem würden sich alle Beteiligten über ein Theater freuen. „Was hier genau passiert, wird in den nächsten sechs Wochen entschieden”, sagte Schmeer. Im Moment werden in den Hallen nämlich noch Karnevalswagen gelagert. Für die einen neuen Platz zu finden, erwies sich als schwierig. Jetzt, wo diese Hürde genommen ist, kann die Neustrukturierung des Geländes beginnen.

Und auch die Jugendlichen aus dem Offenen Treff schienen sich wirklich zu freuen. Es wurde getanzt und gesungen und aus den Fenstern hingen Plakate herab: „Wir packen mit an - Stadtteil Nord”. Und wenn es mit so einer Energie weitergeht, steht dem „Kreativdepot” wohl nichts mehr im Wege. „Das tolle ist, dass es sich hierbei um kein punktuelles Projekt handelt, sondern um eine konstante Förderung”, meinte die Bürgermeisterin.