Aachen: Kunst lässt Grenzen verschwinden

Aachen : Kunst lässt Grenzen verschwinden

Das Atelierhaus Aachen (AHA) veranstaltet in Kooperation mit „Sichting White Cube“ in den Niederlanden ein internationales Projekt unter dem Namen „Voyage Voyage — Migration von Kunst“. Migration von Kunst ist hier im Sinne einer Integration von interkulturellen Einflüssen in künstlerische Konzepte zu verstehen.

Zwölf internationale Künstler aus der Plattform „Global Village“ und aus dem Atelierhaus präsentieren ihre völlig verschiedenen zeitgenössischen Arbeiten und Ideen zum stets aktuellen sowie zeitlosen Thema.

„Es ist bereits das zweite Mal, dass wir eine Kooperation mit Sichting White Cube organisiert haben. Schon anlässlich des Karlsjahres 2014 haben wir das Projekt „Ecce Homo“ realisiert“, erzählt Nadya Bascha, Geschäftsführerin des AHA. „Voyage Voyage“ bringt Künstler aus diversen Nationen zusammen und reflektiert das Thema Migration und Einfluss anderer Kulturen in der Kunst.

So setzt sich Wolfgang in der Wiesche mit der südkoreanischen Kultur auseinander, wie er erzählt: „Seit 1998 arbeite ich mit einer südkoreanischen Künstlerin zusammen. Gemeinsam setzen wir uns mit dem Thema der Migration auf viele Weisen auseinander. Für das „International Transcultural Network Festival“ habe ich ein paar Fotos gemacht, die die Verpflanzung eines japanischen Ahornblattes in eine japanische Pflanzenschale dokumentieren. Doch neben den Bilden werde ich im Rahmen der Ausstellung auch eine Performance zeigen, die die Thematik ebenfalls aufgreift.“

Hella Frowein-Hagenah zeigt in ihrer Installation Gegenstände aus Indien. 1983 war sie für insgesamt drei Monate in dem Land und hat viele Sachen, die sie dort gekauft hat und die für sie die Kultur repräsentieren, mitgebracht und aufbewahrt. Schmuck, lange Tücher oder auch Schalen und sogar typisch weiße Kleidung, die dort auf Beerdigungen getragen wird, zeigt sie zusammengestellt im AHA.

Aber egal ob nun typische Gegenstände aus fremden Ländern oder Bilder, die aus Erinnerungen an besondere Reisen entstanden sind — kulturelle Einflüsse verarbeitet jeder der Künstler auf seine ganz eigene Art. Nur Gerhard Günther nimmt mit seinen Arbeiten eine Gegenposition zum Leitmotiv der Ausstellung „Migration als Bereicherung“ ein. „Immer wenn Familie oder Freunde die Heimat verlassen, geht das mit dem Verlust von Bindung einher. Genau diesen Aspekt rücke ich in meinen Malereien in den Fokus“, erzählt Günther. Eines seiner Bilder zeigt eine Frau, die mit einem weißen Vorhang die Realität auszublenden scheint und sich gleichzeitig zurück in ihre Heimat träumt. „Voyage Voyage“ — eine bunte Ausstellung, die den Besucher auffordert, sich selbst zu fragen, was Kultur und interkulturelle Einflüsse für ihn bedeuten.

Die Ausstellung im Atelierhaus, Süsterfeldstraße 99, wird am 23. April um 17 Uhr eröffnet. Sie dauert bis zum 15. Mai und ist dienstags bis freitags von 10 bis 14 Uhr und samstags und sonntags von 12 bis 15 Uhr geöffnet.

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