Aachen: Kunst-Initiative „Offenes Aachen!“ mit vielen Aktionen fortgesetzt

Aachen : Kunst-Initiative „Offenes Aachen!“ mit vielen Aktionen fortgesetzt

Eine offene Gesellschaft, Demokratie und Menschenwürde sind hohe Güter. Die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen hatte sich vor zwei Jahren schon einmal des Themas angenommen, das 2017 mit einem großen Bürgerfest im Elisengarten gipfelte. Es sei immer wieder der Wunsch an ihn herangetragen worden, erzählt Initiator Norbert Greuel, das Thema weiterzuführen.

Nicht zuletzt halten die jüngsten politischen Entwicklungen das Thema aktuell: Von den Niederlanden bis Österreich sitzen Rechtspopulisten mit im Parlament oder sind an der Regierung beteiligt. Mit Donald Trump als US-Präsidenten änderte sich auch der Ton der Debatte. „Nicht nur die Inhalte, auch das Wie der Kommunikation hat sich verändert“, konstatiert Greuel, es sei „unanständiger, grober“ geworden. Eine Bedrohung der Streitkultur liege in dieser Art der Kommunikation, denn es müsse um die gemeinsamen Werte so gestritten werden, dass keine Minderheit ausgegrenzt, niemand persönlich angegriffen werde.

Die Bürgerstiftung möchte den Populisten nicht das Feld überlassen und setzt auf die Fortsetzung der Initiative „Offenes Aachen! Initiative für Demokratie, Menschenwürde, Vielfalt“. Dazu ist eine Reihe von Veranstaltungen geplant, die in einer Veranstaltung zum 70-jährigen Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai 2019 gipfelt.

Den Auftakt macht „Lit-Aix“ — Literatur und Musik — am 11. April. Der Abend ist unter das Thema Menschenwürde gestellt. Eine andere Veranstaltung zu diesem Themenbereich fragt nach dem Verhältnis von Menschenwürde und Armut. Dafür ist ein Vortrag in der OT Driescher Hof geplant. „Wir werden von der Leiterin Sandra Jansen einen Vortrag über die alltägliche Praxis hören, auch über die Mängel und die Verwaltung des Mangels“, beschreibt Marita Jansen, Leiterin der Geschäftsstelle der Bürgerstiftung, das Konzept.

Zum Themenbereich „Demokratie“ hat Projektleiter Herbert Taudien unter anderem eine Podiumsdiskussion zum Thema Verfassung, in Kooperation mit dem Aachener Friedenspreis, und ein Planspiel Demokratie an Aachener Schulen geplant. Dort soll es im November losgehen. Das Thema soll Europa sein. „Das geht im Schulunterricht oft unter, weil es so komplex ist“, ergänzt Isabella Lindemann, die das Projekt in ihrem freiwilligen sozialen Jahr für die Bürgerstiftung mit vorbereitet.

Die „Vielfalt“ soll unter anderem in einer Straßenaktion am Elisenbrunnen umgesetzt werden. Am 29. April feiert außerdem der Film „Fremde Welt vor der Haustüre“ der Filmemacher Miriam Pucitta und Michael Chauvistré Premiere. Am Tag der Vielfalt, der bundesweit am 16. Juni gefeiert wird, will auch die Bürgerstiftung Menschen rund um die Burg Frankenberg zusammenbringen.

„Was uns zusammenhält“ ist das Thema einer Dialogveranstaltung mit WDR-Moderator Jürgen Wiebecke am 30. Oktober. Um das Thema „Demokratie“ in der Stadt sichtbar zu machen, ist die Stiftung auch im Gespräch mit der Stadt Aachen.

„Wir möchten einen ,Platz der Demokratie‘ einrichten, den gibt es in Aachen nämlich noch nicht“, betont Vorstandsvorsitzender Hans Joachim Geupel. Im Gespräch sei das Rondell am Hangeweiher. An dem Platz sollen künstlerisch verschiedene Ideen zur Demokratie umgesetzt werden, beispielsweise ein gemeinsames Kunstprojekt mit Sebastian Schmidt und den anliegenden Schulen. Außerdem sollen Aachener, die sich um die Demokratie verdient gemacht haben, dort einen Würdigung finden.

(kaa)