Aachen: Kulturwerk richtet sich mit „Habe Kunst — Suche Sammler“ an Käufer

Aachen: Kulturwerk richtet sich mit „Habe Kunst — Suche Sammler“ an Käufer

Frauke Lehensberg war sich sicher. „Das ist es.“ Das Bild des Künstlers Karl Otto Götz hatte es ihr besonders angetan und soll in Zukunft in ihrem Wohnzimmer einen neuen Platz finden. „Ich mag seine informellen Arbeiten, sie haben in meinen Augen etwas Ruhiges“, ergänzte sie, bevor die Ausstellung „Habe Kunst — Suche Sammler“ des Kulturwerkes offiziell eröffnet wurde.

Dass Besucher die Möglichkeit haben, ein oder mehrere Kunstwerke zu kaufen, ist neu. Erstmals präsentieren die Verantwortlichen dieses Format. 57 Objekte, darunter Skulpturen, Zeichnungen, Aquarelle oder auch Malereien, wurden von den Mitgliedern des Vereins eingereicht. „Wir haben festgestellt, dass jeder das ein oder andere Kunstwerk besitzt, welches im Schrank oder Keller keine Beachtung mehr findet. Deshalb kam uns die Idee, eine etwas andere Ausstellung zu konzipieren, in der man einen Teil seiner gesammelten Arbeiten verkaufen kann“, betonte Vorstandsmitglied Thomas Kempen.

Während die Mitglieder des Vereins ihre Objekte untereinander tauschen können, stehen diese für Interessierte zum Verkauf. 20 Prozent des Erlöses gehen an den Verein, und vielleicht entscheidet sich manch ein Gast, selbst Mitglied zu werden, so die Hoffnung Kempens.

Um die Bilder des verstorbenen Künstlers Götz reihten sich derweil viele Menschen. Sammler, Kenner und Hobbykünstler betrachteten seine Arbeiten mit prüfendem Blick, gingen zwei, drei Schritte zurück und markierten etwas auf einem Zettel. Über die Notizen sprach man ebenso wenig wie über die Preise. „Wir sind gespannt, wie die Aktion ankommt. Je nachdem wie das Feedback ist, wiederholen wir das Ganze“, sagte Vorstandsmitglied Angelika Jansen-Kempen.

Die Intention, neue Leute auf das Kulturwerk aufmerksam zu machen, ist jedenfalls geglückt. Denn Namen wie Hubert Werden, Karl-Fred Dahmen oder auch Ali Alo, Max Beckmann und Talal Aboudan sind in der Kunstszene und darüber hinaus bekannt. Eines ihrer Werke sein Eigen nennen zu können, reizte viele, und so nahm manch ein Sammler auch eine etwas weitere Anreise in Kauf. Frauke Lehensberg schaute sich indes in aller Ruhe um — aber immer „ihr“ neues Lieblingsstück im Blick behaltend. „Hat sich gelohnt“, resümierte sie lachend.