Künstlerische Spielwiese auch für Anfänger

Neues Programm der Bleiberger Fabrik : Freiraum für individuelle Kreativität

Man könnte nur vermuten, dass die Tische im Kunstatelier der Bleiberger Fabrik aus Holz sind. Denn viel zu sehen ist davon nicht mehr, sie alle sind vollständig von tausenden Farbklecksen übersät. Rote Farbe mischt sich mit gelber, schwarze mit grüner, neue mit alter.

In diesem Jahr will die Bleiberger Fabrik ihre künstlerische Spielwiese vor allem auch für Anfänger öffnen. Beim neuen Angebot „Friday Night @ Bleiberger“ können Kunstinteressierte in lockerer Atmosphäre eigene Werke schaffen. „Es ist schon Farbe auf dem Boden, auf den Tischen. Was könnte man also noch falsch machen?“, fragt Sibylle Keupen, Leiterin der Kunstwerkstatt, bei der Programmvorstellung.

Viermal im Jahr soll es das Freitagsangebot unter professioneller Anleitung von Künstlerin Katharina Fünfstück geben. Erstmals findet es statt am 15. Februar von 19 bis 22 Uhr. Es sei weniger ein Kurs als vielmehr ein Event, erklärt Keupen – Musik und Getränke inklusive. Die Teilnehmenden können völlig zwanglos ihre künstlerischen Fähigkeiten ausprobieren oder der Künstlerin lauschen, die ihre eigenen Techniken preisgibt. „Ich male am liebsten Bilder, die etwas mit Wasser zutun haben“, erzählt Fünfstück. In „Friday Night @ Bleiberger“ könne jeder seinen eigenen Präferenzen nachgehen.

Individuell buchen

Ganz neu ist die Idee des Freitagsangebots aber nicht. Schon seit Jahren werden Kindergeburtstage oder Junggesellenabschiede in der Bleiberger Fabrik veranstaltet, die auf ähnliche Weise funktionieren. „Man kann das Event also sozusagen auch individuell buchen“, betont Keupen.

Generell beginnen die Kurse diesjährig am 11. Februar – also etwas später als gewöhnlich. Grund sei der Wunsch einer verkürzten Sommerpause, sodass im Gegenzug eine längere Pause im Winter eingeführt wurde. Neben der „Kunst des Schweißens“ oder dem Modellieren von Körperfragmenten in Ton bietet die Kunstfabrik 2019 auch einen Kurs zum abstrakten Zeichnen von Landschaften sowie dem „Zufall in der Kunst“ an. Denn nicht jeder verrutschte Strich oder ungewollte Farbklecks muss gleich dazu führen, das Kunstwerk verärgert wegzuwerfen. Im Gegenteil: Ein Unglück kann als Inspirationsquelle dienen.

Ein neues Gesicht

Auch personell kommt etwas Bewegung in die Einrichtung an der Bleiberger Straße. Mit Viorel Chirea prägt fortan ein neues Gesicht die Kurse der Experimentellen Malerei sowie des Aktzeichnens. Als Nachfolger von Vera Sous will der Maler einen großen Wert auf eigenständiges Denken legen. „Die Leute sollen intuitiv und kreativ arbeiten“, erläutert Chirea. Auf diese Weise würden deutlich bessere Werke entstehen, ist sich der in Rumänien geborene Künstler sicher. Ganz getreu einem Leitziel der Bleiberger Fabrik: „Wir spielen und experimentieren.“