Aachen: Künstlerin Marks zeigt einen spannenden Triptychon in der Citykirche

Aachen: Künstlerin Marks zeigt einen spannenden Triptychon in der Citykirche

Einmal hinsehen, das reicht bei den Bildern der Künstlerin Annette Marks nicht aus. Im Gegenteil: Je länger und häufiger man sich die drei großen Leinwände, die ab sofort in der Citykirche Sankt Nikolaus hängen anschaut, desto mehr Kleinigkeiten entdeckt man in ihnen. Unter dem Titel „Da ist das Wunder, und ich werde ich…“ hat Marks das Triptychon, welches Momente äußerster Dynamik darstellt, angefertigt.

„Im Mittelpunkt steht die Speisungsgeschichte des Neuen Testaments, von wo aus ich verschiedene Themen weiterentwickle. Außerdem hinterfragen meine Werke kritisch die Gesellschaft“, erzählt die Künstlerin. Auch Bewegung und Kommunikation spielen in ihren Bildern eine Rolle. So zeigt ein Gemälde ein Paar, bei dem die Wechselbeziehung zwischen Nähe und Distanz besonders deutlich wird.

Pfarrerin Sylvia Engels sieht in Marks Arbeiten noch einen weiteren Punkt: „Die Brotgeschichte ist ein Fest für alle Menschen, und es ist eine Form des Friedens. Weitergehend stellt sich dem Betrachter die Frage, was das Wort religiös eigentlich alles bedeuten kann.“ Dem kann sich auch Pastoralreferent Dieter Spoo nur anschließen: „Die Citykirche ist auf der Grenze zwischen profan und religiös. In den Bildern bekommt man viele Denkanstöße.“

Schaut man etwas genauer hin, erschließen sich zudem viele Mehrdeutigkeiten. So sieht man auf einem Gemälde einen Mann mit einer roten Kaugummiblase. „Auf den ersten Blick ist das nichts Besonderes, allerdings hat die Blase eine besondere Bedeutung, denn es geht hier auch um den Augenblick, um das Einfangen des Momentes und das Gefühl, in einer Blase zu leben“, ergänzt Marks.

Spoo und Engels sind sich sicher, dass die Bilder von den Besuchern lange betrachtet werden, denn die Kombination von religiösen und gesellschaftlichen Themen seien etwas, womit sich fast jeder Mensch identifizieren könne, so Spoo.

Die Künstlerin selbst, die an der Kunstakademie in Düsseldorf Malerei und Bildhauerei studiert hat, schaut immer wieder auf die imposanten Leinwände und sagt: „Ich möchte vor allem den Augenblick der Fülle darstellen, unabhängig von der Religion.“

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